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Gravitation und Skalierung der Raumzeit –
die zwei Makrofaktoren der Entwicklung des Universums

Stephen Winter
Berlin, Deutschland,   info hashsign.eu

ABSTRACT.
Eine Übersicht über Thesen der Kosmologie, die insbes. die Friedmann-Gleichungen ersetzt.
Die Skalierung des ZEITABLAUFs bewahrt die Sinnhaftigkeit des Universums a) durch relativistische Skalierung der Zeit nahe der Lichtgeschwindigkeit und b) durch nicht-relativistische Skalierung der Zeit in Abhängigkeit von der Materiedichte.

Die GRAVITATION ist, obschon ihr Wirkradius mathematisch unbegrenzt ist, eine lokale Erscheinung. Die nicht-relativistische Skalierung der Raumzeit ist, obschon ihr Wirkradius lokal auf die Voids begrenzt ist, eine universelle Erscheinung.

1. Universum  [1]

  • Das Universum hat keinen Anfang und kein Ende. Es ist räumlich und zeitlich unbegrenzt.
  • Das Universum ist allumfassend (wie der Begriff sagt). Es gibt kein 'außerhalb des Universums'.
  • Das Universum ist isotrop. Es sieht im Wesentlichen überall gleich aus. Seine Gesetze gelten überall gleichermaßen.
  • Im Universum gibt es kein Referenzsystem, keinen normativen Ruhe- oder Null-Zustand. Geschwindigkeiten, Richtungen, Ortspositionen, Druck etc. sind immer nur relativ zu einem Bezugsobjekt. [2]
  • Das Universum ist eine Manifestation von Sinn (Kausalität, Logik etc.). Das Universum kann nur als denkbares Universum bestehen (Sinnhaftigkeit). [3]
    "Welt" und "Denken der Welt" sind in ihrer Sinnprägung nicht zu unterscheiden. [4]

2. Anthropisches Prinzip

  • Das klassische anthropische Prinzip ist zu invertieren, um Sinn zu ergeben:
    Die Wahrnehmung muss derart sein, daß am Universum Eigenschaften wahrgenommen werden, unter denen Wahrnehmung möglich ist.
  • Zur Erläuterung: Das Universum ist im Grunde Chaos, nichts weiter. Ein rasendes Vibrieren von Myriaden Quanten, Feldern, oder was immer man als Urquelle annimmt.

  • Jede (nochso widersinnige) Eigenschaft des Universums ist latent vorhanden. Erst die Wahrnehmung (eine von vielen möglichen Wahrnehmungskonzepten, aber eine extrem selektive, eine, die den einmal aufgenommenen Pfad eines Sinns nicht verlässt) formt aus dem Chaos Raum und Zeit, Naturgesetzlichkeiten etc.
    Auf diese Weise können gar keine Naturkonstanten aus dem unendlichen Fundus des hinter unserer Wirklichkeit verborgen liegenden Chaos auftauchen, die nicht haargenau das erfüllen, was die Frage nach ihnen möglich macht. [5]

3. Gravitation

  • Die Quelle von Gravitation ist eine Differenz in der Masseverteilung, nicht Masse an sich. Der Fehler fällt nicht auf wegen des großen Wirkradius von Gravitation und wegen der legitimen mathematischen Vereinfachung, Masse als im Zentrum vereint zu betrachten. – Dagegen ist der Fehler für die Betrachtung der Gravitation in der Kosmologie verheerend.
  • Es gibt keine Differenz (in diesem Fall: keine Differenz in der Masseverteilung) zu 'außerhalb des Universums'. Es gibt daher keine Gravitation des Universums als Ganzes. [6] Die Feldgleichungen der Gravitation auf das Universum als Ganzes anzuwenden (Friedmann), ist unsinnig.

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4. Materiedichte

  • Die Materiedichte des Universums entwickelt sich von unendlich groß zu unendlich klein. (Was aber nicht heißt, das Universum wäre in seiner Urzeit "kleiner" gewesen. Es war ein Tiefpunkt der Physikgeschichte, aus der beobachteten Galaxienflucht eine punktartige Singularität als Ursprung des Universums abzuleiten. [7] )
  • Die Dichte des Ur-Universums konnte jene von heutigen Neutronensternen grenzenlos übersteigen, ohne daß es zu einer Singularität kam, da die Ursache für Gravitation fehlte.

5. Zeit

  • Der Ablauf der Zeit in sich existiert nicht. Er ist eine Konstruktion der Sinnhaftigkeit der Materie. [8]
  • Ein schnellerer Ablauf der Zeit ist gleichbedeutend mit einer Zunahme der Abstände im Raum (Lichtgeschwindigkeit als Maßstab).
  • Der unterschiedliche Ablauf der Zeit bewahrt die Sinnhaftigkeit des Universums durch
    • relativistische Skalierung der Zeit nahe der Lichtgeschwindigkeit [9]
    • nicht-relativistische Skalierung der Zeit in Abhängigkeit von der Materiedichte[10]
  • Ohne die nicht-relativistische Skalierung der Zeit (Expansion) wäre das Universum nicht denkbar (nicht existent). In einem dichten Zustand würde das Universum sich nicht entwickeln, respektive in einem verdünnten Zustand wäre die fast unendlich starke Strahlung eines unendlichen Universums überall präsent. Der Weltraum wäre weiss statt schwarz.

6. Big Bang

  • Der Urzustand des Universums war von einer so hohen Materiedichte gekennzeichnet, daß die Zeit fast still stand.
  • Der Urzustand des Universums war von der Entwicklung einer winzigen Rückkopplung gekennzeichnet: 'Materiedichte / Skalierung der Raumzeit'. (Je geringer die Materiedichte wird, um so stärker skaliert die Raumzeit, was wiederum zu einer weiteren Verringerung der Materiedichte führt.)

  • Die Materiedichte wies im Urzustand (fast unendlich) kleine Differenzen auf.
  • Der Big Bang war ein Kipp-Punkt dieser Entwicklung, eine Implosion, wie eine schlagartige "Flockung".
    Der eine Teil der Materie (der in Verdichtungszentren) versenkte sich unter radikaler Zunahme seiner eigenen Gravitation in Schwarzen Löchern (SMBH, den heutigen Zentren der Galaxien).
    Der andere Teil der Materie war einem radikalen Abfall der Materiedichte ausgesetzt und damit der radikaler Zunahme der Raumskalierung (als Funktion der Materiedichte), der Zunahme der Abstände der SMBH untereinander.

7. Voids und SMBHs

  • Es formierten sich Wasserstoffatome.
  • Unter dem Einfluß von Raumskalierung (Voids) und Gravitation (SMBH) ordnete sich die Materie im weiteren Verlauf zu Filamenten, Galaxien und Sternen.

8. Expansion

  • Ein Universum, dessen unbestimmbarer Raum unendlich skaliert, ist immer unendlich.
  • In diesem Sinne kann man nicht davon sprechen, daß das Universum "größer" wird, "expandiert". Es sind die Abstände seiner Großstrukturen die größer werden.
  • Würde alles im Universum gleichermaßen skalieren, würde nichts skalieren. Skalierung ist etwas Relatives und braucht einen nicht-skalierenden Bezug.
  • Der nicht-skalierende Bezug sind aus der Perspektive des Menschen Metermaß, Wellenlängen, Atome, Galaxien, Lichtgeschwindigkeit.
  • Das Universum "expandiert" vorrangig durch die Expansion der Voids, dort, wo die Materiedichte (abgesehen von Strahlung) Null ist.
  • Wahrnehmbar vorhanden und messbar ist Skalierung nur an den Räumen (Abständen) zwischen Galaxien.
    Gemessen wird die Expansion mittels der Rotverschiebung in den Emissionsspektren der Galaxien.

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  • Die Skalierung, das Größerwerden der Abstände zwischen Galaxien, ist keine Bewegung im Raum [11], ihre Auswirkung hat keine relativistische Grenze.
  • Lineare Skalierung des Raumes bedeutet (ganz gleich, wie klein deren Wert sein mag) in jedem Fall unermesslich große Flucht der Galaxien in großer Entfernung. In entsprechender Entfernung übersteigt die Flucht"geschwindigkeit" auch die milliardenfache Lichtgeschwindigkeit. (Wenn man allerdings die Beobachtung zum Maßstab nimmt, sind diesem Gedankengang Grenzen gesetzt, denn mit zunehmender Entfernung schaut man zunehmend in die Vergangenheit des Universums, in der die Skalierung erst begann.)

9. Energie

  • Die Veränderung im Ablauf der Zeit (Skalierung/ Expansion) ist nicht energiegetrieben. (So, wie der Ablauf der Zeit an sich nicht energiegetrieben ist.)
  • Das Universum weist keine Begrenzungen und keinen Bezug zu einer "Umgebung" oder einem Referenzwert auf.
  • Das Universum ist weder ein offenes noch ein geschlossenes thermodynamisches System. Daher ist es unsinnig, Gesetze der Thermodynamik auf das Universum als Ganzes anwenden zu wollen. [12]
  • Da es keine "Gravitation des Universums" gibt und auch Spekulationen über ihr Gegenstück, die "Dunkle Energie", gegenstandslos sind, gibt es nur eines, was die Thermodynamik über das Universum als Ganzes aussagen könnte:
    Die Annäherung an den angeblichen entropischen Wärmetod des Universums ist wohl eher ein Kältetod in unendlicher Verdünnung.

Referenzen und Anmerkungen:

Nicht alle aufgeführten Quellen erfüllen die Standards wissenschaftlicher Veröffentlichungen und sind ggf. einfach Web-Artikel.

1. Grau markiert sind Aussagen im Einklang mit der allgemeinen Lehrmeinung (mind. seit 1917).
Gelb markiert sind die besonders fundamentalen Gegenpositionen zur heutigen Lehrmeinung.
Das oben angeführte Veröffentlichungsdatum dieses Paper bezieht sich auf die Übersicht. Die Neuordnung der Kosmologie selbst entstammt der Abhandlung des Autors Demiurg Albert E. von 2015
2. Henri Poincaré, Der gegenwärtige Zustand und die Zukunft der mathematischen Physik, in 'Der Wert der Wissenschaft', 1904
3. Stephen Winter, Kritik des Manifestes der Neurowissenschaftler, 2004
4. Stephen Winter, Essay über 'Simulacron-3', 2007 .
Markus Gabriel fand zehn Jahre nach der Formulierung des Verfassers einen ähnlichen Ansatz in 'Der Sinn des Denkens', 2018
5. Stephen Winter, Essay über Naturkonstanten, 2006 .
Darin hatte der Verfasser das anthropische Prinzip formuliert ohne von J.A. Wheeler's ähnlicher Formulierung Kenntnis gehabt zu haben
6. Albert Einstein, Kosmologische Betrachtungen zur allgemeinen Relativitätstheorie (Sitzungsbericht der Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin), 1917 . — Der Beginn einer einhundert Jahre währenden Verirrung der Fundamentalphysik
7. Georges Lemaître, in Annales de la Societe Scientifique de Bruxelles, A47, S. 49–59, 1927
8. David Hume, A Treatise of Human Nature, 1739
9. Mileva Marić und Albert Einstein, Zur Elektrodynamik bewegter Körper, in 'Annalen der Physik und Chemie' 17, 1905
10. Stephen Winter, Demiurg Albert E., Anhang [10], 2015
11. Saul Perlmutter sieht die Ursache für die Galaxienflucht in einer beschleunigte Bewegung und in einem Energieimpuls (Urknall, Dunkle Energie). Für Messungen, die diese These "beweisen", wird er mit dem Nobelpreis geehrt, 2011
12. Stephen Winter, Demiurg Albert E., Anhang [11], 2015




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