Weder auserwählt noch ausgegrenzt

Zur Doku "Auserwählt und Ausgegrenzt".  Die Juden in Europa und Palästina

luther

Bild: via daserste.de . "Auserwählt und Ausgegrenzt"

Inhalt

Zusammenfassung:
Die TV-Doku "Auserwählt und Ausgegrenzt" [1] ist ein Dammbruch in Europa in zweierlei Hinsicht:
  • Dammbruch im Informationskrieg ('Information warfare').
    Dessen Wesensmerkmale wie Desinformation, Demagogie und Propaganda zeigen sich in der Doku ungehemmt.
  • Dammbruch in der Selbstinszenierung [2] des Judentums in Europa.
    Dessen Wesensmerkmale wie Manipulation und Ausspielen von gesellschaftlichen Kräften gegeneinander zeigen sich ungehemmt.
Die Produzenten ARTE und WDR hatten versucht, die Autoren des Films und dessen Befürworter im Zentralrat der Juden quasi vor sich selbst zu schützen [*]  und die Ausstrahlung der Doku zurückzuhalten - was nicht gelang.
Im Folgenden analysiere oder kommentiere ich ausgewählte Behauptungen und Stilmittel der Doku (mit Video-Zeitstempel), die zweifelhaft sind. Zwangsläufig führt das von der Doku hin zum Judentum selbst als Gegenstand der Kritik, zum Versagen Israels und zur Benutzung der Doku, dies Europa anzulasten.

[*] 'Vor sich selbst schützen' meint Folgendes:  die Machart der Doku bestätigt in weiten Teilen das, was Vorurteile von 'jüdischer Argumentation' behaupten. Die Doku hat nicht selbst das Verhältnis zum Jüdischen vergiftet, aber sie hat die Zerrüttung weitreichend manifestiert. Die Reaktionen in der Bevölkerung auf eine solche Bestätigung kann eigentlich niemand wollen.

Die TV-Doku versucht es mit der künstlerischen Formensprache der Deutschen Wochenschau und des Kalten Krieges. Sie versucht es mit den Emotionen des Ewig-Gestrigen. – Die Antwort des 21. Jh. kann nur heißen:

Auserwählt und ausgegrenzt? – Nein danke.

Allerdings ist die Wortwahl im Titel zur Bezeichnung des Judentums vielleicht passender (im verborgenen Sinn), als die Autoren beabsichtigen.

Das Klischee besagt: Verkannt zu sein, ausgegrenzt, ist die Superdroge für Juden. Dieser Status wird von ihnen provoziert, inszeniert und zelebriert. [3] Was ist die dazu passende Provokation, die mit Sicherheit dazu führt, ausgegrenzt zu sein? – Richtig, sich für auserwählt zu erklären.
"Auserwählt und Ausgegrenzt" - beide Attribute klingen nach Schicksal, das über jemanden kommt. [*]  Aber beide Attribute sind von den Juden selbst gewählt und gewollt [3], sind absichtsvolle Manipulation ihres "ausgrenzenden" gesellschaftlichen Umfeldes. – Dadurch kann die Selbstwahrnehmung der Juden, außerhalb (über) der Menschheit zu stehen, als aufgezwungen erscheinen.

Heute, nach dreitausend Jahren, ist der gewünschte Status, ist das Klischee manifest:  Es gibt die Menschheit und es gibt die Juden.

Und damit ist alles gesagt, denn dieser Status quo (daß Juden außerhalb der Menschheit stehen) ist inakzeptabel, irrational und unauflösbar. – Er ist entweder ewig-falsch oder abzuschaffen.
Der Staat Israel führt Krieg für die Variante "ewig-falsch" und provoziert mit der Variante "abschaffen" (als Absichtsvorwurf gegen die Menschheit).
Israel weiß natürlich, am Ende muß die unantastbare jüdische Weltdominanz stehen. Eine andere Wahl existiert (wegen des Vorwurfs gegen die Menschheit) nicht. [14]

[*]  Die Tora ist nicht vom Himmel gefallen, sie ist der von Israeliten selbst verfasste, eigene Lebensentwurf (der im übrigen reichlich volk/rasse-zentriert ist).

 
@sn_winter  •  22. Jun 2017
"Auserwählt und Ausgegrenzt".
Händereiben und Feixen in Tel Aviv.
D-Land hat mit der Doku die Demütigung Europas vor dem Staat Israel selbst finanziert . #Herrenmensch #Apartheid
apartheid

Bild: via electronicintifada.net

003min20sec
Die christliche Kultur - die Mutter allen Judenhasses

Die Juden klagen darüber, daß die alten Babylonier sie gehasst hätten, die Assyrer, die Ägypter, später die Osmanen und die Araber. – Jetzt soll also die christliche Kultur die Mutter allen Judenhasses sein.
Gerade noch hat der Zentralrat der Juden mit Befriedigung wahrgenommen, wie die Formel der "jüdisch-christlich geprägten Kultur Europas" die deutschen Medien überschwemmt. – Jetzt ist das also etwas Böses?

In den Jahrzehnten nach 1945 waren Politik und kultureller Diskurs von einer normalisierenden Rezeption des Judentums durchdrungen. Mit einem Schlag markiert diese Dokumentation nun (nicht als einziger, aber als lautester Anschlag) das Ende dieser Illusion. Der Bruch, den die Doku heraufbeschwört, hat mit dem Christentum allerdings nichts zu tun. Es ist der Wille zum Bruch mit jeder angrenzenden Kultur, der dem Judentum eigen ist – und er ist wieder öffentlich.

Die Dokumentation tut so, als würden religiöse Prozessionen mit Kruzifixen durch Europa ziehen und rufen: Vergeltung für den Gottesmord! – Das hätten die Autoren gern, um damit Politik zu machen. Aber was da aus der religiösen Mottenkiste gezerrt wird, diese Art der 'jüdischen Prägung' Europas, existiert nicht - in niemandes Bewusstsein. – Null. Sorry, die alten Tricks der Verhetzung ziehen nicht mehr.
➡️ Meine Würdigung eines nicht-christlichen Gottesbegriffs

006min30sec
nWo  –  Nazi World Order

In Video-Ausschnitten werden Jugendliche des Schwarzen Blocks gezeigt, die T-Shirts mit dem Aufdruck "Nazi World Order" tragen. Die Filmautoren wissen sehr wohl, daß die T-Shirts einen Protest GEGEN nWo - GEGEN die €liten des Kapitalismus ausdrücken, gegen Wall Street, George Soros und Co. Die Absicht der Autoren ist aber, zu verunglimpfen. Das sei "dumpfe, rechte Gesinnung".

009min55sec
Freigaben in der Presse. - "Ist das so?"

Sie ist leise, aber sie fällt auf: die mokante Journalistenfrage im Interview. "Ist das so?" – als Reaktion auf die Feststellung des Gegenübers  "Ihr dürft auch nur bringen, was euch erlaubt wird."
"Ist das so?" - Die selbe dreiste Gegenfrage kenne ich von DDR-Journalisten, als ich vor vierzig Jahren denen Ähnliches vorgeworfen hatte. [13]
Angepasste Jounalisten entwickeln diese Form der arroganten Selbsttäuschung, weil sie wissen, das Gegenüber ist der Verlierer, der ideologische Feind, der in diesem System keine Chance haben wird.

012min45sec
Palästina ein Vermächtnis Hitlers? - Das geht.

Das hat Tradition im jüdischen Denken: durch Ein- und Ausblenden historischer Tatsachen konstruierte Zusammenhänge herzustellen, die mit der Realität nichts mehr zu tun haben. (In Europa nennt man das Demagogie.)

al-Husseini war sicher eine zweifelhafte Figur, der Verbrechen anzulasten sind. Aber diese Verbrechen auf die heutige palästinensische Jugend fortzuschreiben, ist gehässige Politik übelster Sorte (Sippenhaftung in der vierten Generation). Die Dokumentation scheut sich nicht, durch suggestive Verklammerung die Beschuldigung 'Nazi' von al-Husseini auf die PLO überspringen zu lassen. [4]

Die Forderung der Palästinenser nach einem eigenen Staat sei von den Nazis in die arabische Welt "hineingetragen" und von "arabischen Nazis", die sich nach Ägypten abgesetzt hatten, organisiert. Die demagogische Verklammerung von 'Nazi' mit dem heutigen palästinensischen Staatsanspruch meint:  Aus sich selbst heraus würde Palästina keinen Anspruch haben, Palästina zu sein. - Israel/die Doku macht es sich einfach bei dem Versuch, die systematische Auslöschung dieses Anspruchs zu rechtfertigen, mit der Beschuldigung 'Nazi' jedes Völkerrecht niederzubügeln. [5]

Selbstauferlegte Aufgabe der Dokumentation ist es, diese politische Doktrin Israels, die die Rechte eines modernen Palästina vernebelt und auch für Europäer völlig befremdlich ist, nach Europa zu tragen. – Das ist gelungen, die Botschaft ist angekommen. Aber sie wird durchschaut.

014min25sec
Das "Palästinensische Dogma"

Die Doku versucht den Eindruck zu erwecken, Palästina wäre 1948 zu palästinensischem Land geworden, weil al-Husseini in diesem Jahr den arabischen Palästinensischen Staat ausgerufen hatte. Die Doku verschweigt, daß das Land seit weit mehr als tausend Jahren fast ausschließlich arabisch-palästinensisch besiedelt war - Palästina war. Es war Palästina auch noch lange nach der Balfour-Deklaration. – Die Verwendung des anzweifelnden Wortes 'Dogma' soll die von der Dokumentation versuchte Geschichtsfälschung unterstützen.

Die britische Kolonialherrschaft hatte (bewusst) administratives Chaos in der Region hinterlassen und die Bildung von Staaten und Staatsgrenzen verhindert. In perverser Weise lastet die Dokumentation den Palästinensern den Kampf gegen diese Zustände an.

016min50sec
"Jeder Gedanke ein Denkfehler"

Die in Interviews geäußerten Argumente beider Überzeugungen werden gegenübergestellt:
Okkupationsgegner – Okkupationsbefürworter
🔹Auf der einen Seite die unausgegorenen Statements von der Straße, geboren aus der Überraschung des Interviews, von aufgebrachten Studenten, Hippies, Berufs- Radaumachern (dazwischen immer mal ein paar Videoschnipsel mit Betrunkenen).
🔹Auf der anderen Seite die zurückgelehnten Überzeugungen der Soziologen und Professoren.

Trotz allen argumentativen Stückwerks bei den Demonstranten, trotz aller Voreingenommenheit der Interviewführer auf der Straße und totz allen Suggestiv-Zusammenschnitts des Videomaterials:  Die Statements von der Straße tragen immer noch mehr an Wahrheit in sich, als die Winkelzüge der Lobbyisten Israels.

 
@sn_winter  •  22. Jun 2017
"Auserwählt und Ausgegrenzt".
Ein alter Mann, der nicht mehr realisiert, daß Zuschauer einen eigenen Verstand haben . #Hass #Propaganda
assad

Selbst wenn man die Aussage auf das Territorium Syriens bezieht (was der Film keineswegs tut), ist die Aussage pure Propaganda (und vor allem spricht aus ihr Hass/ Tötungswunsch gegen Assad).
Ihren Ursprung hat die Aggressivität des Interviewten gegen Assad wahrscheinlich in der Konkurrenz der Geheimdienste Israels und Syriens, d.h. in Bezug auf Ermordungen weiß der Interviewte wahrscheinlich, wovon er spricht.
Bildvorlage: via daserste.de . "Auserwählt und Ausgegrenzt"

018min25sec
Die postkolonialen Regimes im Nahen Osten

"Die postkolonialen Regimes im Nahen Osten waren furchtbar, einfach furchtbar." – Was für eine zynische Beschuldigung, denn nichts war eine größere Genugtuung für Israel und die USA.
Nichts lag mehr in deren Interesse, als wenn diese Regimes in feudalen Strukturen verharrten und keinen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt erlebten. Nichts wird von CIA und Mossad so akribisch geplant und umgesetzt, wie diese Regimes in den Zustand zu bringen, in dem sie heute sind.

Drohten einzelne Staaten sich zu entwickeln, intervenierten die USA mit Putsch, Sanktionen und Krieg – über Jahrzehnte. Die Liste der CIA-gesteuerten Interventionen ist endlos: vom Putsch gegen Mossadegh im Iran 1953 und der Suez-Krise 1956, dem Investitionsboykott und Krieg gegen Ägypten Ende der 60er Jahre (Nasser), dem Krieg Iran-Irak (1980-1988) [6] bis zu den modernen Kriegen im Irak, in Afghanistan, dem Handelsverbot mit dem Iran 2012-2017, dem Sturz Mursi's in Ägypten 2013, der Zerstörung Syriens mittels "gemäßigter Rebellen" etc. Dazu Kriegshandlungen, die Israel direkt ausführt, die massiven Bombardierung des Libanon 2006, einzelner Ziele in Syrien usw.

Ja zum Existenzrecht des Staates Israel. Aber was hat dieser Staat gebracht? – Bis heute nur Destruktion. Durch Interventionen, Belagerung und Kriege, direkt oder indirekt, die "einfach furchtbar" sind.

s 1
s 2

Homs in Syrien

020min00sec
Hetze gegen die Linke

Die folgende Behauptung passt in die Tendenz des Films [7]:  In der Linken nach 1945 sei das Bedürfnis nach "Relativierung" der Nazi-Ideologie besonders ausgeprägt.(!)  Mit der Begründung: Die Kränkung, daß viele Arbeiter den Nazis geglaubt hatten, sich "in das Projekt der Judenvernichtung integriert hatten", sei weniger schlimm, wenn man die Nazi-Ideologie selbst relativiert (für 'nicht so schlimm' erklärt).
...Wenn das Willy Brandt wüssten, was für einen haarsträubenden Blödsinn Dr. Stephan Grigat da von sich gibt!  (Adorno und Horkheimer ließen gedanklichen Blindflug ja schon mal durchgehen, wenn er nur 'intellektuell' genug klang.)
Für die Doku-Autoren ist der Unsinn Kalkül. Sie wollen die Linke provozieren, mit Falschdarstellungen wollen sie Emotionen und Zwietracht in die Gesellschaft tragen, bei denen das Judentum am Ende händereibend daneben steht.

021min00sec
Das "halbierte Mandatsgebiet"

Das "halbierte Mandatsgebiet". – Mal eben so, in einem Nebensatz, reklamiert die Doku Teile des Staatsgebiets des heutigen Jordanien als eigentlich zu Israel gehörend. Außerdem: Daß die West Bank und Ost-Jerusalem palästinensisch beanspruchte Territorien sind, gründe sich angeblich nur darauf, daß Jordanien die West Bank 1949 annektiert hatte.
Daß Palästinenser selbst und aus sich heraus irgend welche territorialen Rechte hätten, wird ausgeschlossen. Für Israel (für die Doku) zählen nur Kriegsresultate und Machtverhältnisse - anders gesagt: nur Gewalt.
— Meine Einschätzung: Da weiß man, wohin die Reise geht.

024min20sec
Palästinenser als israelische Staatsbürger

Die Doku rühmt die Liberalität Israels damit, daß Palästinenser, die sich geweigert hatten, ihr Land im Zuge der Okkupation zu verlassen, die Möglichkeit haben, israelische Staatsbürger zu werden. (Motto: wer sich unterwirft, wird belohnt, aber wer seinen Anspruch auf eigene Nationalität nicht verleugnen will, wird bestraft und muß nach Gaza, ins Ghetto.)
Mein Kommentar:  Nazi-Deutschland hatte nach der Okkupation 1940 den Polen auch Möglichkeiten eingeräumt, sich dem deutschen Rechtssystem einzugliedern.

g 2

Gaza

g 1

Gaza. Bild: via electronicintifada.net

024min25sec
Rafael "Rafi" Eitan

"Die Araber sind freiwillig gegangen. Natürlich, das muß ich zugeben, manchmal haben wir sie auch vertrieben. Aber wir haben sie nicht umgebracht. Wir haben gesagt, packt eure Sachen und geht nach Gaza."
Meine Ansicht:  Das ist richtig nett. Aber der Vorsatz, ein ganzen Land an sich zu reißen, läßt sich, ohne die Bevölkerung gelegentlich zu massakrieren, wohl kaum verwirklichen. – Man nenne die Vertreibung einen "Krieg" (besser noch einen "Befreiungskrieg"), und schon werden aus Banden Bataillone, aus Massakern Siege.

 
@sn_winter  •  22. Jun 2017
"Auserwählt und Ausgegrenzt".
Congrats, J. Schroeder und S. Hafner! Das ist Mut! -
Immerhin steht auf #Leugnung von Okkupation, Massaker und Vertreibung 10 Jahre Haft . #Palästina
leugnung

Bild: via daserste.de . "Auserwählt und Ausgegrenzt"

028min30sec
"Notorisch" – der Holocaust-Vergleich

'Notorisch' bedeutet 'bekannt sein für eine bestimmte üble Gewohnheit'. – 'Notorisch' ist ein Lieblingsadjektiv der Doku. Man kann damit diffamieren, ohne strafrechtliche Konsequenzen. Zum Beispiel ist der Einsatz von NGOs für die Palästinenser unbedingt notorisch zu nennen.

In der Kernsequenz der Doku kommt eine NGO zu Wort:
"Israeli tun etwas Ähnliches jetzt, wie das, was ihnen widerfahren war." – Auf welches Tun die interviewte Vertreterin der Organisation EAPPI ihre Äußerung bezieht, hat die Doku weggeschnitten. Gemeint hat die Frau sicher das, was jeder vernünftige Mensch auch so sieht:  Ghettoisierung von gesellschaftlich Ausgegrenzten, rassische Kontrollen bei Eheschließungen, Landraub, pauschale Einschränkung der Bewegungsfreiheit für bestimmte Bevölkerungsgruppen (Palästinenser), faschistoide Sonderbehandlungen im Rechtssystem, Israels Herrenmenschengebaren auf palästinensischem Territorium, Expansionsansprüche usw.

Unterstellt wird der Frau in der Doku allerdings ein Holocaust-Vergleich, d.h. die Frau wird (wegen des obigen Satzes) der Behauptung bezichtigt, Israel betreibe heute Völkermord im selben Ausmaß wie es der Nationalsozialismus in Deutschland getan hatte.
Wie soll sich die Frau gegen diese Schäbigkeit der Doku wehren? - Das ist den Machern egal. Es geht ihnen nicht um diese Frau oder um EAPPI im einzelnen.
Vielmehr soll mit Unterstellungen und Verdächtigungen generell die Atmosphäre der Denunziation, der Angst [*], der Gehässigkeit, vor allem aber der Schuldhaftigkeit in die Gesellschaft getragen werden. Genau daraus zieht das Judentum seinen Nutzen. (Oder was soll diese Bezichtigung sonst?) [8]
Die Aufgabe der modernen Gesellschaft im 21. Jh. ist es, das "Atmosphärische" als heiße Luft zu erkennen und zu sagen 'Nein danke. Wir sehen uns vor Gericht.'

[*]  Bei dem Vorwurf 'Lügen über den Holocaust' steht durchaus Angst im Raum (z.B. vor Strafverfolgung/ 10 Jahre Haft, vor gesellschaftlicher Ächtung etc.).

brot für die welt

Bild: via daserste.de . "Auserwählt und Ausgegrenzt"

038min30sec
"Wir entscheiden uns für die Tür"

Wenn etwas von der Dokumentation im kollektiven Bewusstsein bleiben wird, dann ist es der unscheinbare Satz "Wir entscheiden uns für die Tür".
Der Satz ist in seiner Einbettung im Film keineswegs banal. – Er birgt eine perfide Verhöhnung von Entrechteten in sich, die genau kalkuliert ist.
Zwei Millionen Menschen, die in Gaza hinter diese Tür gesperrt sind, können sich eben nicht für die Tür entscheiden. Statt eines zweimillionenfachen Aufschreies der Demütigung durch diesen Satz, hört man im Film nur ein leises Quietschen.

Bei der Formulierung geht es um das Salonfähigmachen und um die Bagatellisierung von Unrecht. – Damit verkörpert der Satz ziemlich genau die Absichten, die dem gesamten Video "Auserwählt und Ausgegrenzt" zugrunde liegen.

Eine weitere Formel mit ähnlicher Absicht fällt mir ein: "Arbeit macht frei". (Eine Formel, die auch mit einer Tür zu tun hat, welche zynisch für das Gegenteil von freier Entscheidung steht.)
Bekanntlich (und ich stimme dem uneingeschränkt zu) verbietet es sich, die einmalige Bösartigkeit und Unmenschlichkeit, der Juden unter dem Signum "Arbeit macht frei" ausgesetzt waren, mit irgend etwas in der Geschichte zu vergleichen.
Ich vergleiche nicht. In sich selbst sind beide Sätze "Wir entscheiden uns für die Tür" und "Arbeit macht frei" verlogene, kleine, verschissene Floskeln, die nichts bedeuten.
Wichtig ist hier nicht die historische Einmaligkeit von Verbrechen, sondern ihre Gegenwärtigkeit. (Die Menschheit besteht schließlich nicht aus Historikern, sondern aus lebendigen Menschen.) Das Folgende ist daher eine simple Aufklärung, keine Provokation:
Die Unmenschlichkeit, die hinter "Wir entscheiden uns für die Tür" steht, zu beenden, hat ganz klar Vorrang gegenüber der Unmenschlichkeit von "Arbeit macht frei". (Auch wenn Letzteres für Genozid steht und Ersteres "nur" für eine solche Gefahr. Dringlichkeit und Menschlichkeit geht vor das Rekapitulieren von Geschichtserkenntnis!)

 
RosmeWarda_Palestine @RosmeWarda  •  7. Jul 2017
Did you know that the wounds of Gaza are still not healed???
Gaza sinks in the crisis of electricity, water, health. Gaza agonizes 💔
#Gaza
agonie
solidarität

Demonstration der Solidarität mit Palästina in GB, 2014, im Höhepunkt der Luftschläge Israels gegen den abgeriegelten Gazastreifen aus dem niemand entkommen konnte. Bei den Bombardierungen wurden 1500 Zivilisten getötet und mehr als 50% der Wohnbebauung verwüstet oder beschädigt.  Bild: AFP via middleeasteye.net

039min30sec
Die Palästinensische Autonomiebehörde

Die Recherche und Kritik zur Palästinensischen Autonomiebehörde ist praktisch der einzige Aspekt, bei dem die Dokumentation das Niveau von Propaganda verläßt und dazu ansetzt, investigativ zu werden.
Warum fließen Hilfsgelder aus dem Ausland nach Palästina? Warum versorgt sich die Region nicht selbst? Wo liegt die Ursache der Korruption? Warum haben Hamas und Fatah versagt? – Beim Zuschauer entsteht erstmals, nach einer halben Stunde Sendezeit, Interesse und Erwartung an den Film.
Zahlen werden genannt:

4,6 Mio Palästinenser leben in Gaza und der West Bank (10 Mio weltweit).
Der Gazastreifen hat eine Fläche von 360 qkm.
Jährliche staatliche Hilfsgelder aus dem Ausland (2014):
440 Mio aus den USA
307 Mio aus der EU
143 Mio aus Deutschland (zusätzlich zum EU-Beitrag)
xxx Mio aus Golfstaaten.

Doch dann driftet die Doku in den Jargon der Deutschen Wochenschau ab: wie luftig und wohlbehütet die Lebenssituation in einem Ghetto doch sei.
In einem abartigen Vergleich mit der Stadt Paris wird als Plus hervorgehoben, daß Gaza eine geringere Bevölkerungsdichte hat. (Die Dokumentation vergisst dabei zu erwähnen, daß Gaza zur Hälfte zerbombt ist, von Stacheldraht umgeben ist und nicht wie Paris von tausend Kilometern Agrar- und Kulturland, von Wäldern.)

Die Dokumentation zitiert, daß es zur Veränderung der Situation notwendig wäre, alle Hilfsgelder aus dem Ausland abzuschaffen. – Aber sie fordert in dem Zusammenhang nicht etwa, daß Israel statt dessen selbst von der UNO beauflagt und kontrolliert werden sollte, diese Aufbauhilfe zu leisten, einen funktionierenden palästinensischen Staat zu ermöglichen, der sich weitgehend selbst tragen kann, mit palästinensischer Industrie- und Agrarproduktion.
Nein, im Gegenteil, die Dokumentation hofft mit dem Ende der internationalen Hilfe einfach nur auf den Zusammenbruch im Gazastreifen, um mit Hilfe von Leid und Elend (um nicht zu sagen Genozid) endgültig eine Zweistaatenlösung vom Tisch zu bekommen.
Europa (und den NGO) wird vorgeworfen, diesem Zusammenbruch (um nicht zu sagen Genozid) im Weg zu stehen. – Eine Schande für Israel (immer noch vorausgesetzt, die Doku und Israel sind auf einer Seite) und eine Schande für Deutschland, für die Befürworter dieses Videos der Auserwählten.

Wohngebiet in Rafah im südlichen Gaza Streifen, nach einem israelischen Luftangriff.
Bild: AP, via telegraph.co.uk

unrwa

UNRWA - Hauptsitz des Flüchtlingshilfswerks der UN in Gaza. - Ein Bestandteil von Israels Feindbild. Auch wenn das UNRWA-Logo grün ist, für Israel ist es ein rotes Tuch.
Bild: via daserste.de . "Auserwählt und Ausgegrenzt"

039min50sec
Das ist der Beweis! Palästinenser vermehren sich.

Ich will es nicht menschenverachtend nennen, aber es ist widerlich, was die Doku als einen Beweis dafür anführen, daß das Besatzungsregime in Palästina so schlimm nicht sein kann. – Es wird in der Doku anders formuliert, aber genau das ist gemeint:  die Palästinenser vermehren sich schließlich wie die Karnickel.

052min10sec
"Wer israelische Produkte boykottiert, wird auch irgendwann vor einer Synagoge Juden tätlich angreifen"

Die demagogische Gleichsetzung von legitimem, begründetem und legalem Widerstand mit kriminellen Handlungen gegen Leib und Leben von Juden ist bezeichnend für deren Drang, eine Situation aufzubauschen. Nach Möglichkeit wird versucht, die Situation in genau jene Richtung zu drängen und eskalieren zu lassen, die zuvor zu Unrecht vorgeworfen wurde. – Gerade so, als wünschten sich Juden eine aggressive Form des Protestes (nicht nur Boykott), um letztlich echte Beschuldigungen aussprechen und Vergeltung üben zu können.
Die falsche Legitimation in der Doku für jede irrationale, eskalierende Reaktion heißt:  Der Holocaust hätte schließlich auch zunächst nur mit Worten begonnen.
Mit zwanghafter Reaktion auf das Trauma hat es nichts zu tun. Der Holocaust liegt drei Generationen zurück. Was sich vielmehr von Generation zu Generation vererbt, ist der unredliche Umgang mit Argumenten.

070min30sec
Rachsucht

Eine der Passagen, die den Zuschauer sprachlos zurücklassen, sind die Gedankengänge eines jüdischen Chefarztes. Dessen Überlegungen werden zwar selbstgefällig verbrämt, sagen aber letztlich: Wenn er es unterlassen würde, das Leben des jüdischen Opfers eines Attentats zu retten, könnte der palästinensische Täter gerechterweise wegen Mordes verurteilt werden. – Welchem Drang soll er nachgeben? Mehr jüdisch [9] kann ein Gedankengang nicht sein.

Passend dazu liefert die Doku die zynische Behauptung, das Krankenhaus stünde jedem offen, Palästinensern wie Juden. – Die Wahrheit ist, achtzig Kilometer entfernt geht der Gazastreifen gerade in das elfte Jahr des Belagerungszustandes. Dort wird in den Krankenhäusern gestorben, weil täglich für mehrere Stunden die elektrische Stromversorgung gekappt wird. – Der Hintergrund: Israel weigert sich, mit der Hamas (über die Stromlieferungen) zu verhandeln und die Hamas ihrerseits lehnt stur ab, andere verhandeln zu lassen. (Und natürlich kann niemand das belagerte Ghetto verlassen.)
Das Verständnis von Menschlichkeit und Ärztepflicht ist halt sehr jüdisch dort.

 
stefania_Palestine @stefaniafoddis1  •  2. Jul 2017
Children affected by treatable diseases just out of the Gaza die because Israel denies permission to leave Gaza
#GazaAgainstTheWorld
belagerung

072min40sec
Grenzmauern zu Palästinensergebieten

Mit einem beiläufigen Satz räumt die Doku ein, daß Grenzmauern, die 2002 von Israel errichtet wurden, bis zu 20 km landeinwärts auf palästinensischem Territorium verlaufen. Das erkennt die Doku als "ein Problem" an. – Aber problematisch ist wohl eher, daß Israel ein absurdes System von 5m hohen Mauern und Stacheldraht einem souveränen palästinensischen Staat vorzieht. Problematisch ist, daß Israel in der Manier von Herrenmenschen auf palästinensischem Boden tun und lassen kann, was es will.

p 1

089min00sec
"Anstiftung durch die Politik der europäischen Linken"

Zum Abschluss der Dokumentation der Satz:  "Niemals wären die Araber in Frankreich den Juden gegenüber gewalttätig geworden, hätten man ihnen nicht eingeredet, sich mit ihren Glaubensbrüdern in Palästina solidarisch zu zeigen."
Der Film spricht von Bürgermeistern und Ministern und meint damit die sozialistische Linke als Schuldigen.
Meine Meinung:  Aufschluß bringt fast immer die Frage: Wem nützt es? Wer hat, wenn Anschläge in Europa passieren, ein Interesse daran, Europa in die Konflikte des Nahen Ostens einzubinden? Wer zieht daraus militärischen und propagandistischen Nutzen? (siehe Wolffsohn: "Europa ist Nahost")

Selbstverständlich ist es Unrecht und zudem sinnlos, unschuldige jüdische Menschen in Europa zu attackieren. Das löst das Unrecht gegenüber Palästina nicht. Aber darum geht es der Doku bis hin zum Schlußsatz gar nicht.
Es geht der Dokumentation nicht um Problemlösungen. Es geht darum, Europa des Antisemitismus zu beschuldigen – und zwar nicht, um Antisemitismus als solchen zu kritisieren oder gar zu überwinden, sondern im Gegenteil (wie immer) um ihn politisch zu nutzen, um Europa in eine "moralische Defensive" zu bringen und damit zu verpflichten (und der politischen Linken in Europa eine Schuld zuzuweisen).
Letztlich geht es darum, das Versagen Israels Europa anzulasten – mit politisch einseitiger Verbalhypnose und demagogischer Bilderflut.

090min50sec
Zu M. Wolffsohn's Nachwort (geleakte Fassung/ bild.de):
"Der Konflikt im Nahen Osten ist ein Religionskonflikt"

Judentum versus Islam. – Ein weiteres mal wird hier versucht, das Versagen Israels zu einem Versagen der internationalen Gemeinschaft, zu einem menschheitlichen Problem zu machen – in diesem Fall mit der These vom 'Konflikt der Religionen'. [10]
Aber der Konflikt im Nahen Osten ist KEIN menschheitliches Problem, KEIN Religionskonflikt. Das ist eine Lüge Israels, um vom eigenen Versagen abzulenken.
Ich weiß, daß es für Wolffsohn und seine Glaubensbrüder wie eine Provokation klingt, aber Mahmud Abbas (der Buhmann vom Beginn des Films) hat objektiv recht: Wenn Israel ganz banal Gerechtigkeit in der Frage von Palästina, Syrien usw. zulassen würde, in ehrliche Verhandlungen eintreten würde, löste sich die "menschheitliche, religiöse Frage" in Luft auf.

➡️ Schüren eines vermeintlichen Religionskonfliktes ('Je Ne Suis Pas Charlie')

091min20sec
Zu M. Wolffsohn's Nachwort:
"Europa ist mit dem Konfliktgebiet Naher Osten verwoben"

Wolffsohn geht sogar noch weiter, er sagt "Europa ist Nahost". Er erklärt die Konflikte Israels mit seinen Nachbarn zu einem Problem Europas, letztlich zu einem Menschheitsproblem. – Und zwar nicht (wie es z.B. beim Vietnamkrieg der Fall war), weil der Konflikt ein solches Ausmaß annimmt, sondern weil der Konflikt strategisch und vorsätzlich so gesehen werden soll[11]
Es ist wie immer: Probleme des Judentums werden zu Problemen der Menschheit stilisiert, weil dies das strategische Vorgehen der Juden ist.
Jeder Konflikt des Judentums ist ein Konflikt mit der Menschheit. Unterhalb von diesem Level macht es das Judentum nicht, gemäß seinem Selbstbild.

Wolffsohn (besser gesagt Israels globale Strategie) unterscheidet dabei zwei Ebenen, über die man Europa in die Nahostkonflikte hineinzieht: die militärische (Verpflichtung zu Allianzen, NATO, Rammstein etc.) und die Flüchtlingsströme. Inwieweit Flüchtlingsströme von den Geheimdiensten in diesem Sinne geplant und instrumentalisiert sind, siehe [12].

Meiner Meinung nach gibt es nur eine Möglichkeit, die Welt dem endlosen Fortschreiben von Konflikten im Nahen Osten zu entziehen. Die Welt muss sich der jüdischen, schürenden Argumentation verweigern. – Der Hebel der moralischen Schuld und Verpflichtung Europas (der im 20. Jh. zu Recht Bestand hatte) ist mitten im 21. Jh. unnütz und verstärkt nur Unrecht.
Israel muß als erwachsener Staat selbst in der Lage sein, einen Staat Palästina zu akzeptieren und mit Entschädigungen für verlorenes Land mitaufzubauen. – Und das mit dem Wohlwollen Europas und mit der Stärke Europas, sich gegen jeden Versuch zu verwahren, das Versagen Israels sich anhängen zu lassen.

Mein Fazit

Nach all der sachbezogenen Analyse ist es Zeit, daß ich mein Fazit entspannter nehme (entspannt in der Wortwahl - in der Sache läßt das Video keine Wahl) :
'Arschloch' zu jemandem zu sage, ist authentisch. – Jedenfalls im Vergleich zu 'Ich bin ab sofort Antisemit'.
Ich weiß nicht, warum das Brimboriumswort erfunden wurde, ich weiß nicht einmal, was ein Semit ist. Also, zu sagen 'Ich bin Antisemit' wäre unzutreffend (und dämlich).

Andererseits weiß ich seit der Doku nicht mehr, warum viele Menschen solche Schwierigkeiten haben, genau das zu sagen: 'Ich kann Juden nicht leiden' oder meinetwegen 'Ich bin Antisemit'. Das ist doch nichts Schlechtes oder Verbotenes. – Asterix und Obelix können die Römer nicht leiden, manche Briten sagen zu einem Franzosen 'asshole', in Hollywood sagt man 'fucking German idiots'. Also was soll's. Nur wegen eines geschraubten, besonderen Wortes 'Antisemitismus' ist es noch lange nicht etwas Besonderes, Juden nicht leiden zu können.
Generell bedarf so etwas keiner Begründung oder Rechtfertigung. Es ist wie es ist.

Aber genau das ist wahrscheinlich das zentrale Verdienst der Dokumentation "Auserwählt und Ausgegrenzt" - die banale Erkenntnis, daß am Judentum nichts "Auserwähltes", nichts Besonderes ist (außer einer gewissen fordernden Dreistigkeit vielleicht). Alle Möglichkeiten, warum man gegebenenfalls Juden nicht leiden kann, sind darin abgearbeitet.
Gut so. Denn ab jetzt ist mir das abgenommen. [15]  Ich kann einfach und unreflektiert sagen: Arschloch.

woman

Shepard Fairey, Israel / Palestine, Poster 2009
(disclaimer: Shepard Fairey's Kunst ist politisch stark engagiert. Im konkreten Fall ist aber kein Bezug zu den Aussagen dieses Artikels herzustellen.)

[1]  "Auserwählt und Ausgegrenzt - Der Hass auf Juden in Europa" ist eine 90minütige TV-Dokumentation von Joachim Schroeder und Sophie Hafner, produziert von ARTE und WDR, die am 21. Juni 2017 ausgestrahlt und kontrovers, mit hoher Resonanz, aufgenommen wurde.
Am Ende der Diskussionen um die Doku kann man sich fragen: sind Schroeder und Hafner in Israel für Falschdarstellungen instrumentalisiert worden? Oder sind sie vielleicht umgekehrt eine äußerst doppelbödige Fünfte Kolonne zur Bloßstellung des Zionismus? – Eine Demaskierung und einen Bärendienst stellt die Doku in jedem Fall dar.
Friedrich Küppersbusch kritisiert das Werk in der taz  (kurz und damit angemessener als ich)  als "so tütendoof wie sein Gegenstand".

[2]  Die Beauftragung zur Doku geht eigentlich von ARTE und WDR aus. Ich spreche dennoch von Selbstinszenierung des Judentums, da sich die Autoren offensichtlich der Sicht der israelischen Regierung vollständig verpflichtet fühlten. "Der Hass auf Juden in Europa" ist der Slogan, den die Doku im Titel führt. Genau so gut hätte er heißen können "Die offiziellen Vorwürfe der Juden gegen Europa".
Der Zentralrat der Juden und u.a. Charlotte Knobloch lobten die "Wahrheit und Ehrlichkeit" des Films ausdrücklich und haben dessen Ausstrahlung quasi durchgesetzt.
Der Historiker Michael Wolffsohn meinte, es handele sich um "die mit Abstand beste und klügste und historisch tiefste, zugleich leider hochaktuelle und wahre Doku zu diesem Thema".
Der Begriff der Selbstdarstellung des Judentums wird der Komplexität der Situation u.a. insofern nicht gerecht, als dass die Dokumentation die linke Opposition in Israel vollkommen totschweigt.  (z.B. die Organisation Breaking the Silence)

[3]  'Ausgegrenzt zu sein wird provoziert, inszeniert und zelebriert'. – So offensichtlich richtig diese Formel im alltaglichen kulturellen Zusammenprall ist, so unangebracht und unzutreffend ist sie, wenn man das Thema als Ganzes betrachtet, also im Zusammenhang mit den historischen Progromen und mit dem Holocaust im Besonderen.

Der naheliegendste Beleg für die jüdische Lust, mit der eigenen Rolle zu provozieren, ist die besprochene Doku selbst, besser gesagt die Forderung des Zentralrats der Juden, die zunächst beim Auftraggeber zurückgehaltene Doku auszustrahlen.
Jedem, der den vorab geleakten Inhalt kannte, war klar, daß die einseitige, im Stil des kalten Krieges aufheizende Propaganda des Films nicht der Aufklärung und Problemlösung dienlich ist. Wer die Ausstrahlung dennoch durchsetzen will, tut dies vielmehr, um die im Film zelebrierte jüdische Rolle des zu Unrecht Beschuldigten zu forcieren und um zu provozieren.
Der Film passt perfekt zum Selbstbild der Juden und zu ihrem Interesse an der Fortschreibung der emotionalen Reaktion darauf.

[4]  Aus Prof. Rainer Mausfeld, Die Angst der Machteliten vor dem Volk (PDF):
Eine weitere Klasse kognitiver Mentalvergiftung stellen Denunziationsbegriffe und Diffamierungsbegriffe dar. Unter solchen Begriffen erfreuen sich gegenwärtig Begriffe wie 'Querfront', 'Verschwörungstheorie', 'Antiamerikanismus', oder 'Populismus' besonderer Beliebtheit bei den Macht- und Funktionseliten. Diese Begriffe haben eine perfide Logik: Sie beruhen auf einer bestimmten Form einer gedanklichen Verklammerung unterschiedlicher Themenbereiche, durch die suggeriert wird, zwei gänzlich unabhängige Themenbereiche seien gleichsam ihrem Wesen nach miteinander verwoben. Auf diese Weise sollen speziell Themen, deren öffentliche Diskussion die Machteliten und die sie stützenden Elitengruppen als unerwünscht und abträglich für ihren Status ansehen, dadurch in Diskredit gebracht werden, dass sie mit Themen verklammert werden, die geächtet sind oder als anrüchig gelten – wie etwa rechtsextreme oder rassistische Auffassungen. Durch eine solche Verklammerung können sich die Machteliten und Funktionseliten vor Kritik immunisieren, indem sie bestimmte Themenbereiche aus dem öffentlichen Diskussionsraum verbannen.

[5]  Mit der Verwendung des Terminus "Israelischer Unabhängigkeitskrieg", verdreht die Doku Tatsachen. Es geht um die Umsiedlung europäischer Juden auf palästinensisches Land. Historisch gesehen hatte dieser Plan der Vereinten Nationen seine unvermeidliche Notwendigkeit, aber der Terminus "Unabhängigkeitskrieg" stellt die Frage, wer wessen Land okkupiert, auf den Kopf.

[6]  George Friedman, CEO von @Stratfor (Stratfor war bekannt als Schatten-CIA), rühmt in einem Vortrag (siehe Video), die effektivste Form Kriege zu führen ist das Aufhetzen von Dritten gegeneinander (laut Friedman ist das der jüdische Gedanke ansich). U.S./Israel war es gelungen, die Staaten Irak und Iran gegeneinander in Krieg zu bringen und beide Seiten mit Waffen zu versorgen.

[7]  Die These der Relativierung der NS-Verbrechen in der Linken (die allgemein für Empörung gesorgt hat) wird im Videoschnitt unmittelbar an die Interview-Aussage gesetzt, es gebe wegen der NS-Vergangenheit in Deutschland eine Scheu, Israel zu kritisieren.
Beide Thesen klingen thematisch zusammengehörig, haben aber nichts miteinander zu tun. Eine korrekte Aussage wird mit einer haltlosen Herabwürdigung verklammert, um erstere zu diffamieren. – Das ist beschämendes, niedrigstes journalistisches Niveau, Demagogie und Hetze.

[8]  Die demonstrative journalistische Niveaulosigkeit der Doku ist nicht etwa Unvermögen, sie ist vielmehr bewusstes Mittel, Widerwillen und Emotionen gegen die Doku und damit gegen ihr Thema zu erregen.
Die Dokumentation macht sich die Taktik der Selbstinszenierung des Judentums zu eigen, kalkulierten Widerwillen zu provozieren.

"Widerwillen gegen die ganze jüdische Wesensart" – das ist  (als provoziertes Ziel und als Vorwurf) die Superdroge des Judentums, das Archetypische am Antisemitismus.

Die Dokumentation übernimmt es, durch widerwärtige Argumentationen und Behauptungen den archetypischen "Widerwillen-gegen-die-ganze-Wesensart" stellvertretend für Israel zu provozieren, um die europäische Gesellschaft als antisemitisch überführen (und in den Nahostkonflikt hineinziehen) zu können.
Die eigentliche Herausforderung der Doku an den Zuschauer ist, zu durchschauen, wo sie in dieser Weise emotional manipulieren will, und zu sagen 'Nein danke'.

[9]  Ein eher harmloses Beispiel dafür, was jüdische Wesensart ist, hat Michael Wolffsohn in einem Tweet abgeliefert: Er zitiert: im Umgang mit der Doku habe sich die "wahre Fratze des WDR" gezeigt.
Die jüdische Wesensart ist Maßlosigkeit in der Reaktion auf Kritik und ein Drang zu rachsüchtiger Eskalation, wenn jüdische Interessen auf Schranken treffen.

[10]  Das Thema der Religionen ist mir zu abwegig, als dass ich es durchdringen möchte. Hier nur einige Stichworte, die mir sagen, wie falsch (bewusst irreleitend) Wolffsohn's These vom Religionskonflikt ist:

Die jüdische Religion ist also durch innere Abgeschlossenheit so weit von anderen Religionen entfernt, daß sich Religionskonflikte mit dem Islam (z.B. über Fragen eines gottgefälligen Lebens etc.) von selbst ausschließen.

Die wahre Religion des Menschen ist seine Würde und sein Verständnis von Gerechtigkeit. Der eigentliche Konflikt ist nicht der zwischen Religionen, sondern der zwischen Gerechtigkeit und Anmaßung.

[11]  Wolffsohn im Nachwort: "Eine ausschließlich europäische Sicht wäre dem Thema der Doku nicht zuträglich gewesen."
Die Beauftragung der Doku sah eine Beschränkung des Themas auf Europa vor, ohne Einbeziehung von Hintergründen im Staat Israel und im Palästinensergebiet. Wolffsohn rechtfertigt mit seinem Satz die Vertragsverletzung der Autoren gegenüber dem WDR und nährt damit die Vermutung, er wäre der Spiritus Rector der Tendenzen in der Dokumentation.

[12]  In zwei Aufsätzen habe ich zu Ursachen der Flüchtlingsströme geschrieben:
➡️ Die Steuerung massenhaften Verhaltens (Die Flüchtlingskrise)
"Wir (die USA) destabilisieren (in Libyen, in Ägypten, in Syrien, im Irak usw.) und ihr (die EU) seid mit den Folgen davon belastet (mit Flüchtlingsströmen)."
➡️ "Wir schaffen das" – Zur Flüchtlingskrise in Deutschland
"Als die anglo-amerikanische Taktik auch in Libyen (2011) und in Syrien (2011) eskalierte, also unmittelbar an der Grenze zu Europa, war klar, daß die Flucht direkt Europa (be)treffen würde. – Inwieweit dies von CIA und BND kalkuliert ist, sei dahingestellt."

Im jetzigen Artikel will ich die Rolle der Geheimdienste nicht "dahingestellt" sein lassen. Nachdem Wolffsohn in seinem Nachwort zur Doku benennt, daß Flüchtlingsströme einer der Faktoren der "Verwobenheit" Europas mit Nahost ist (daß also ein Interesse dahinter steht), ist mir klar, daß die Geheimdienste diesen Faktor kalkulieren, daß Flüchtlingsströme aus Nahost kein unberechenbares Schicksal Europas sind. Letztlich heißt das, daß die Politik von Kanzlerin Merkel "Wir schaffen das" schlicht und einfach von externen politischen Mächten diktiert ist.
(Wolffsohn gehört dem Militär an, er hat 30 Jahre lang an einer Universität der Bundeswehr zu Internationalen Beziehungen gelehrt. Er weiß, wovon er spricht.)

[13]  Da ich im obigen Absatz meine Sozialisation im damaligen deutschen Osten erwähne, entsteht mit Sicherheit der Einwand: Kein Wunder woher die Positionen dieses Artikels stammen. – Daher hier eine Aufklärung zum Thema "Judentum in der DDR":
Die politische Doktrin der DDR war simpel gestrickt: Die Klasse der Kapitalisten gegen die Klasse der 'Werktätigen', und zwar auch in der historischen Betrachtung des Nationalsozialismus.
Die vermittelte Lehrmeinung war, daß die NSDAP ein Handlanger des Großkapitals und des deutschen Militarismus war. Deren Judenhass wurde als ein vorgeschobenes Propagandamittel gesehen, um das Wesentliche, den Antikommunismus und die Eroberungspolitik, zu rechtfertigen.
Das Judentum wurde als politische und gesellschaftliche Nebenerscheinung gesehen. Das Leid der Juden wurde in der DDR gewürdigt, die wenigen Juden in der DDR-Gesellschaft hatten eine gewisse Immunität (man wäre vorsichtig gewesen, sie zu kritisieren), aber eigentlich spielte das Judentum keine Rolle. (Und ich persönlich war nicht interessiert daran.)
Daß das Judentum, ganz im Widerspruch zur DDR-Doktrin, im Zentrum sowohl der Aggression durch die Nazis stand, als auch bei heutigen globalen Konflikten steht, habe ich erst 20 Jahre nach der Wende begriffen.
Insbesondere, daß mit der Konsumgesellschaft, Westbindung etc., die in den Osten gekommen war, eine andere, heimliche und wesentliche Macht übernommen hatte, habe ich erst spät als solches wahrgenommen. Alles, was ich dazu an Überzeugungen gewonnen habe, habe ich aus der westlichen Welt gewonnen. Der Auslöser, der mir die Augen geöffnet hat für die Frage, was Judentum bedeutet, war für mich (ein auf den ersten Blick ganz unpolitisches Feld) meine Befassung mit Einsteins Kosmologie. Der Auslöser, der mich dazu gebracht hat, dem Judentum auch außerhalb der Wissenschaft zu misstrauen, ist dessen Verstrickung in die Zerstörung Syriens.

[14]  Julius Streicher: "Ohne Lösung der Judenfrage keine Lösung der Fragen der Menschheit." – Klingt meine These, daß diese Frage unauflösbar ist, nicht gefährlich ähnlich zu diesem Zitat?
Naja, nur insofern eben, als dass, im Vergleich zum heutigen Status, auch die kommende unantastbare jüdische Weltdominanz keine Auflösung ist. Diese bleibt ewig-falsch.

[15]  Die Benutzung des Wortes 'Arschloch' ist keine Beleidigung. Sie ist keine provozierende Verschärfung, sondern im Gegenteil eine alltagssprachliche Verharmlosung von Taten/ Verbrechen, die eigentlich strafrechtlich bzw. völkerrechtlich vor Gericht gehören.
'Arschloch', cool ausgesprochen, heißt einfach 'Nein danke'.