EU . Vision & Destruktion

Sündenfall und Ohnmacht der Europäischen Union  [1]

europe Composite Map, NASA, 2012

Inhalt

Zusammenfassung:
Bertolt Brecht's Gleichnis von der Stadt Karthago ist uneingeschränkt wahr:  Deutschland würde nicht mehr existieren, wenn es sich ein weiteres mal selbstherrlich zwischen weltpolitische Fronten stellt.
Dennoch: Konrad Adenauer wusste noch, daß (bei aller prinzipieller Befürwortung der Westbindung) jede kleine wiedererlangte Freiheit für Deutschland gegen die USA erstritten werden musste.
Heutige deutsche Politik ist hingegen unterworfen, ein Homunkulus, der die USA für sein lobspendendes Herrchen hält. [2]
Dieser Artikel betrachtet die Europäische Union in ihrer Gebundenheit an ein solches Deutschland.

Eine Fotografie der nächtlichen Seite des Planeten Erde zeigt es:  Europa strahlt wieder als ein Symbol kulturellen und wirtschaftlichen Reichtums. Im Kontrast dazu sprechen Strategen und Analysten von der geo-politischen Bedeutungslosigkeit Europas.
Europa ist kein Unionsstaat und keine Militärmacht, es ist im globalen Poker um Marktwert und Marktanteile nicht Spieler sondern Einsatz – der größte Markt der Welt (noch).

In den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts waren sich die strategischen Thinktanks in Washington, London und Tel Aviv nicht im klaren, wie der Status eines geteilten Europas weiterhin (nach dem Wegfall antikommunistischer Argumente) aufrechtzuerhalten sein würde.
Es war die Zeit der massiven Erschließung sibirischer Gasvorkommen und euphorischer Pläne, Europa mit dem Reichtum des Ostens zu versorgen (die Zeit, als die Verpflichtung von Ex-Bundeskanzler G. Schröder bei Gasprom eher visionär als fragwürdig erschien).

* * *

Der Status Europa's ist keine einfache Sache. – Hilfreich (wenn auch etwas schräg) ist ein bildhafter Vergleich:
Europa ist die reiche Erbin einer milliardenschweren alten Dynastie.
Allerdings war diese Erbin ins Koma gefallen, nach schwersten Verletzungen in einem dreißig Jahre währenden Gemetzel um diese Dynastie.
In der langen Phase der Genesung war Europa nicht wieder zum Vollbesitz ihres Bewusstseins gelangt, war unmündig. Sie störte sich aber nicht daran, sondern lebte schließlich, ein paar Jahrzehnte später, in Saus und Braus. — Und für die Vertreter der Vormundschaft (die eingangs genannten Thinktanks) war klar, daß es gut für die Vormundschaft ist, wenn diese Unmündigkeit (mit bedachtsam dosierter Medikation) aufrechterhalten wird.

Heute wäre Europa eine begehrte und von allen Seiten umworbene Braut. — Der Konjunktiv aber ist bedeutsam an dieser Stelle, denn hinter der Fassade verbergen sich Abgründe.

Die im Folgenden besprochenen politischen Aktivitäten haben  –entgegen allgemein geglaubtem Anschein–  die Schwächung Europas zum Hauptziel.  Sie werden als Waffen gegen Europa eingesetzt.
Die Presse wirft Nebelkerzen und bezeichnet die politischen Kräfte dahinter gern als "Fliehkräfte Europas". Aber diese sind weder naturgegeben, noch undurchschaubar. Die Destruktion ist gewollt und das Zentrum dieses Willens hat einen Namen.

Die Entfremdung der Ukraine von Russland

Die wirtschaftliche und technologische Innovationsfähigkeit Zentraleuropas und das Potential Russlands (Markt und Ressourcen) nicht zusammenkommen zu lassen – das ist das erklärte strategische Hauptziel jener politischen Kräfte, die u.a. die USA dominieren. (Und es war das Ziel der USA bereits vor 100 Jahren [3]).
Im beginnenden 21. Jahrhundert sieht diese Macht vor allem zwei Chancen für künftige Destruktion, d.h. dafür, Spannungen zwischen Europa und Russland aufrechtzuerhalten bzw. erneut auszulösen:

mit anderen Worten: die Destabilisierung Syriens und die Destabilisierung der Ukraine.
Letzteres wurde im Detail vom britischen und polnischen Geheimdienst vorbereitet (ein ungleiches Bündnis, das in Europas Schicksalsfragen Historie hat). – Die Deutschen machen mit wie immer : als sog. 'nützliche Idioten', die nicht wissen müssen, worum es eigentlich geht.  [4]

Die Krim war russisch bis Chruschtschow sie im Wodkarausch als Geschenk an die Ukraine abtrat (was unter Sowjet-Bedingungen keinen großen Unterschied machte). Als sich die Bevölkerung der Krim im Referendum von 2014-03 dafür aussprach, wieder Teil Russlands zu sein, war das nichts anderes, als was z.B. 1955 im Saarland geschehen war (Grundlage ist die UN-Charta). – Putin hat mit entschlossenem Handeln die Lunte von einem Pulverfass genommen, das vom Westen lange vorbereitet worden war (Sewastopol blieb russischer Hafen).
In der Ukraine sind gleichzeitig und übernacht die Stationen der US-Spionage und -Leitsysteme um 700 km nach Osten verlegt worden. Angesichts dessen von russischer Aggression und Annexion zu sprechen, wie es tagtäglich in den deutschen Medien geschieht, ist unanständig und hat nichts gemein mit europäischem Geist.

Auch wenn heute keine US-U-Boote in Sewastopol liegen, sind die Hauptziele des Konfliktes erreicht:

Web links  - Ukraine Krise

Der NATO-Riegel vom Baltikum bis zum Schwarzen Meer

Welches Motiv könnte Russland haben, seine westlichen Nachbarn, die baltischen Staaten oder Polen, zu bedrohen oder gar zu annektieren?
...vielleicht fällt mir dazu noch etwas ein während ich diesen Text schreibe, zunächst aber ist nur eines klar: Russlands Geschäftsmodell und Existenz- voraussetzung ist es, seine natürlichen Reichtümer und die Produkte daraus auf dem europäischen Markt zu handeln, insbesondere Öl und Gas. – Angebliche Drohgebärden würden dieses Geschäftsinteresse fundamental schädigen.

Eine so reiche und technologisch hochentwickelte Region wie West-/ Mitteleuropa als unmittelbaren Handelsnachbarn zu haben, ist geradezu paradiesisch für Russland bei der Vermarktung seiner Ressourcen – und das erweckt Zukunftsaussichten, die die ganze Welt aufblicken lässt.
Genauso gilt das auch umgekehrt für die Chancen, die sich (West)Europa eröffnen.

Dennoch glaubt ein großer Teil der Deutschen etwas Gegenteiliges, glauben die Deutschen dem, was ihnen in den Massenmedien täglich vorgetragen wird.

Eine bestimmte Macht in der Welt ist allerdings souverän genug, daß sie sich erlauben kann, geradeheraus ihre Absichten und die wirklichen Verhältnisse zu erklären. George Friedman, US-Chefstratege bei Stratfor, nennt auf dem 'Chicago Council on Global Affairs' (2015-02) die Einzelheiten zur Zukunft Europas:

Das sind klare Ansagen. Europa, insbesondere Deutschland, hat sie hinzunehmen. Warum also schafft es die Propaganda in Deutschland nicht, die amerikanische Vorgabe in den Tagesnachrichten 1:1 weiterzureichen? – In der Massenkultur, im Kino, wird das "Prinzip Hollywood" doch auch weitergereicht: "Wir killen, wen wir wollen und wo wir wollen." – Das löst kein Entsetzen aus. Es ist 'cool'.
Genauer gefragt: Warum schaffen es die Nachrichten nicht, die US-Amerikaner einfach zu zitieren: "Wir provozieren Kriege in der Ukraine und anderswo damit die USA weiterhin das große Geld verdienen, nicht etwa Deutschland und Russland.  Punkt. Na und?"

(West)Europa muss stillhalten dabei, ob nun mit Lügenpresse oder mit Offenheit.
In den USA wird die Doktrin der harten Kontrolle über Deutschland und Russland nicht wie ein Geheimnis behandelt.
Was also lässt Steinmeier die NATO-Fahne am Peipussee schwenken und sich blind stellen in Bezug auf den Zweck der Teilung Europas?

Steinmeier warnt, das Säbelrasseln der Nato im Baltikum könnte Spannungen mit Russland schüren. – Peinlich. Als wenn die Übung irgend einen anderen Zweck hätte...

Angeblich ist der Mob "nicht so weit, die Wahrheit über die Teilung Europas zu verkraften". – Oder ist Steimeier etwa selbst ahnungslos, welches Spiel mit Russland und Deutschland hier gespielt wird? – Typisch deutsch wäre beides, Ahnungslosigkeit in der Weltpolitik und Demagogie im Verhältnis zur eigenen Bevölkerung.
(Die englischen Kommentare im Tweet schmähen Steinmeier erwartungsgemäß für seine russenfreundliche Haltung.)

Web links  - NATO-Riegel

TTIP und CETA

ermaechtigungsgesetz ttip

Der funktionierende Europäische Binnenmarkt ist das in den USA von Global-Strategen am meisten angefeindete, aber auch mit Neid und Erstaunen beobachtete Phänomen in Europa.
Bemerkenswert ist, daß sich das Vertragswerk ohne amerikanische Hegemonieversuche entwickeln konnte. (ggf. werden die USA das Versäumte mit Hilfe der Brexit-Verhandlungen nachholen, und mit TTIP.) In anderen Bereichen der Weltwirtschaft sitzt das amerikanische Interesse (auch ungeladen) immer mit am Verhandlungstisch.

Das Asien-Europa-Treffen (ASEM) ist die größte Veranstalung, bei der die USA nicht einbezogen sind (bzw. nicht das Sagen haben). Das Treffen vertritt mit mehr als 30 Staatschefs über 60 Prozent der Weltbevölkerung.
Dennoch kommt seine Bedeutung nicht hinaus über Absichtserklärungen und Reaktionen auf Ereignisse in der westlichen Welt (Ukraine-Konflikt, Brexit etc.).

2016 sind Merkel und Tusk 'heimlich' (d.h. ohne Resonanz in den westlichen Medien) an einen Ort in der asiatischen Steppe geflogen (Ulan Bator), um in ihren ASEM-Reden dann doch nur Allgemeinplätze über "bessere Vernetzung" abzuliefern.

Das Schräge dieses Besuchs sagt Einiges aus über die Handlungsspielräume Europas in der Weltpolitik – in einer Zeit, in der in TTIP-Verhandlungen gefeilscht und gebuhlt wird um den "größten Markt der Welt", in der der wirklich größte Markt der Welt (nämlich Eurasien) von den USA militärisch strikt verhindert wird.
Umgekehrt nehmen sich die USA das Recht, vor die Kameras des deutschen Fernsehens zu treten und zu drohen: Wenn Europa nicht will, machen wir den Deal eben mit Asien.
Merkel und Tusk befinden sich nicht in der souveränen Position, Asien (oder provokanter gesagt: Russland, China) als Verhandlungsoption gegenüber den USA ins Spiel zu bringen.

Der Verzicht auf europäische Souveränität mag angesichts der bedrohlichen Alternative richtig sein. Dennoch ist die Welt keine amerikanische Verwechslungskomödie und die folgende sachliche Analyse zum Sündenfall der EU muss erlaubt sein:

So, wie in der Ukraine die Bindung an die USA das Ende eines zusammenhängenden europäischen Kontinents in geo-politischer und militärischer Hinsicht für die Zukunft besiegelt, so ist TTIP das Ende eines zusammenhängenden europäischen Kontinents in wirtschaftlichspolitischer und -juristischer Hinsicht. (Ich habe das bereits im März 2014 als Hochverrat an Europa bezeichnet.)

Web links  - TTIP, CETA und Welthandel

Politisch manipulierte Kreditvergaben (Die griechische Finanzkrise)

Die Entscheidung, Griechenland zu einem Mitglied der Eurozone zu machen (2001), war keine EU-Entscheidung (d.h. keine Entscheidung gemäß wirtschaftlicher Erfordernisse), sondern eine geo-politische.
Eine Finanzsituation, in der die Öffentlichkeit (am besten die internationale Öffentlichkeit) zum Risikoträger gemacht wird, ist die ultimative Bonanza für Banker und Kreditspekulanten:  "Vollgas, keine Hemmungen, das Risiko ist gleich Null".
In Griechenland ging diese Rechnung eine ganze Dekade lang auf. – Allerdings ist auch seit jeher klar, daß die Staatsverschuldung ein vorzügliches Mittel ist für geplante Destabilisierung bzw. Etablierung von Hörigkeiten. An diesem Punkt kommen Geheimdienste ins Spiel, die geschult sind und die ihre Leute in den Banken haben, solches zu lenken und herbeizuführen.
Neu und kurios ist der Eindruck, als würden eine alternative, linke Politik in Griechenland und destruktive anglo-amerikanische Interessen gegenüber der EU am selben Strang ziehen.
Spürbar ist jedenfalls, daß inoffizielle politische Berater im Fall Griechenland ein Zwickmühlenspiel mit der EU im Sinn haben, ähnlich wie beim Fall Ungarn. Ungarn hatte 2014 beim Ausstieg aus den Euro-Verhandlungen seine Schulden letztlich in Forint bezahlt, einen guten Schnitt damit gemacht und die EU in eine schwache Position gebracht. – Eine Genugtuung für die Wühltätigkeit aus Übersee. – Im Fall Griechenland ist allerdings die von den USA beeinflusste Verschuldung gegenüber der EU trickreicher und ein langfristigerer geopolitischer Hebel (siehe folgender Weblink zum Obama-Besuch):

Web links  - Griechische Finanzkrise

  • Yanis Varoufakis at BBC Newsnight (Video) .. 2015-02-12
  • Yanis Varoufakis and Joseph Stiglitz (Video) .. 2015-04-09
  • Yanis Varoufakis und sein Buch "Das Euro Paradox" .. 2016-08-28
    (eine aggressive, gelungene Kritik von Ursula Weidenfeld, die auch eine Begriffsprägung wie "fiskalisches Waterboarding" nicht ausblendet.)
  • Buch: Ernst Wolff, Weltmacht IWF. Chronik eines Raubzugs .. 2014
  • Der letzte Besuch Obamas als US-Präsident in Europa führt nach Griechenland (und Deutschland) .. 2016-11-15
    Obama macht damit die USA zum Verteidiger griechischer Interessen gegenüber der EU. Langfristig (und in Vorbereitung eines künftigen großen Krieges in der Nahost-Region) stärkt Obama die Achse Israel-Zypern-Griechenland (und schwächt die Möglichkeiten der russischen Marine im Mittelmeer).
    Seit Jahren wird vermieden, Israel im Zusammenhang mit der Destabilisierung Syriens zu erwähnen. Im finalen Akt, bei der Aufteilung und Okkupation, wird sich das ändern. Der Luftwaffen- und Marinestützpunkt Souda auf Kreta spielt dabei eine wesentliche Rolle (zu Lasten der Türkei). – Auch in diesem Zusammenhang wird Deutschland (analog zum folgenden Punkt "Flüchtlingskrise") ein großer Teil der Kriegskosten aufgezwungen werden - durch Schuldenerlass gegenüber Griechenland. Der Obama-Besuch überbringt diese eine Botschft: Ihr EU-Europäer bezahlt uns unseren neuen "Flugzeugträger" in der Region!

Die Steuerung massenhaften Verhaltens (Die Flüchtlingskrise)

In der TV-Dokumentation 'Schattenwelt BND' versucht der Auslands- geheimdienst den Eindruck zu erwecken [7] t=33m30s, Gruppenphänomene wie Flüchtlichsströme entzögen sich weitgehend einer vorausschauenden Aufklärung oder Steuerung (wörtlich: "der BND muss sich hier bescheiden" [8]). – Als wären nicht bereits die Anfänge des BND und seine erste Erfolgsstory genau diese Kompetenz gewesen: der Abzug der akademischen Eliten aus der damaligen Ostzone.

Die vorgetäuschte Unfähigkeit in Bezug auf Flüchtlingsströme ist ein klares Zeichen dafür, daß ein Geheimdienst eben nicht nur ein Staat im Staate ist, sondern sich diesem gegenüber ggf. feindlich und desinformierend verhält (ganz im Sinne des eigentlichen Herrn und Meisters, der NSA). – Und sie ist ein klares Zeichen, für wie dumm der BND das Bundeskanzleramt hält.
Flüchtlingsströme sind eine Waffe – seit vielen Jahrzehnten (HBW bis 2014). Wenn das der BND nicht (nicht mehr) weiß - die NSA weiß es und weiß diese Waffe zu nutzen, u.U. auch gegen die eigenen Alliierten (die von Zeit zu Zeit ihre bedingungslose Gefolgschaft unter Beweis stellen sollten).
Die US-Position: Wir destabilisieren (in Libyen, in Ägypten, in Syrien, im Irak usw.) und ihr (die EU) seid mit den Folgen davon belastet (d.h. massiv geschwächt). – Zwei strategische Ziele geschickt miteinander verwoben. [9]
Ob die Belastung für die EU "nur" eine ökonomische ist, ob sie zum Ende der Freizügigkeit in Europa führt, oder zum Zerfall der heutigen EU, bleibt abzuwarten. Eine juristisch und technisch funktionierende EU-Hoheit über die Außengrenzen ist jedenfalls nicht in Sicht (eine Milderung der Fluchtursachen schon gar nicht).

Meine eigene erste Wahrnehmung von geheimdienstlich gesteuertem Gruppenverhalten war der Bosnienkrieg in den 1990ern und der Kosovokrieg 1999. – Es war die Zeit des Strategiewandels bei den Amerikanern, bei Konflikten, die sie initiiert hatten, möglichst wenig eigene Truppen einzusetzen und statt dessen regionale Kräfte gegeneinander aufzubringen.
Mir viel auf, je mehr in den Medien über Kampftourismus berichtet wurde, um so mehr stieg die Zahl derjenigen, die die perverse Chance nutzten, in Bosnien ungestraft töten zu können (in der Reihenfolge).
Wie verabscheuungswürdig diese Form der staatlichen Verbrechenssteuerung ist, wurde deutlich, als der US-Kinofilm "In the Land of Blood and Honey" im Nachhinein (2012-02) die Wahrheit darüber schamlos auf den Kopf stellte.
20 Jahre später wird das selbe Prinzip bei der Zerstörung Syriens angewendet.

Die Manipulation des Dschihad von außen hat hundertjährige Tradition (Max von Oppenheim). Heute ist sie allerdings weit mehr konspirativ und doppelbödig als in der Zeit des Deutschen Kaiserreiches. - Als ich einen Kommentar zu den in Deutschland manipulierten "Rebellen", die nach Syrien gehen, online gepostet hatte, standen zwei Stunden später zwei Herren bei mir vor der Tür. – Deren Auftrag : Identitätsabgleich + "Wie kann er von unseren Aktivitäten wissen?" (Wobei 'unsere', auch wenn es sich um einen deutschen Dienst handelt, natürlich nicht Aktivitäten im Interesse Deutschlands meint, sondern solche im Interesse Israels und der USA.)
Sie erklärten, sie würden gerade das Internet reparieren, .. wie meine Bitrate denn so sei, etc... Die Lehre daraus:

  1. Vorsicht:  Manipulation von Terrorismus ist deren hoheitliches Thema! Nicht kommentieren!
  2. Vorsicht:  Foren bei heise.de sind ein Honeypot.

Web links  - Flucht und geheimdienstliche Koordinierung in der EU

Die Demontage der traditionellen Autoindustrie

Die Obama-Administration macht mit ihrer NHTSA-Initiative keinen Hehl daraus, daß die Übernahme der Führerschaft in der Autoindustrie (die Ausschaltung europäischer und asiatischer Konkurrenz) eine nationale, staatlich geförderte Anstrengung ist.

Die rückwärtsgewandten Aspekte der in den USA angestrebten Demontage der deutschen Autoindustrie sind u.a. die bis zu 18 Milliarden Dollar Strafzahlungen (VW Abgas-Skandal), der Image-Niedergang von VW und der Börsenwert-Verlust in zweistelliger Milliardenhöhe.
Angesichts des realen Straßenverkehrs, all der absurd fetten SUVs auf den Straßen und der Dieselabgase applaudiert man dazu gern.
Aber meine Analyse befasst sich eher mit der zukunftsorientierten Seite dieser Demontage.

Wenn Fahrzeuge, insbesondere solche für den Personentransport, eine viel höhere Masse haben als das Transportgut/ als die Insassen, stimmt etwas nicht mit der Technologie und dem Design. Diese Feststellung impliziert angesichts von 300kg schwerer Batterien, daß die Frage der Energiespeicherung/ des Energiemediums noch völlig ungelöst ist. Der theoretische weltweite Bedarf an Lithium, Cobalt etc. für ein batteriebasiertes E-Auto wäre ohnehin nicht zu decken. – Das heißt, die diesbezügliche Selbsttäuschung ist die eigentliche Ursache für den Untergang der deutschen Autoindustrie.
In der Autoindustrie des vorigen Jahrhunderts wurde eine hohe Fahrzeugmasse gerechtfertigt mit ruhigerer Straßenlage und höherer Sicherheit (Knautschzonen, beim Aufprall Impulskompensation durch Masse etc.).
All diese Faktoren sind aber im 21. Jahrhundert eine Frage von Software: Getriebe, Navigation, intelligenter Ausgleich von Bodenwellen, Sensoren zur Verhinderung eines Aufpralls, Windböenausgleich, Lärmkompensation aus der Umwelt durch Antischall etc. – die Lösungen sind immateriell und haben keine Masse. Ein Auto für zwei Personen ist so leicht, daß man es zu zweit einfach wegtragen könnte (wahrscheinlich haben Autos künftig Griffmulden für diesen Zweck) - auch die Diebstahlsicherung ist Software.

Die Hoffnung deutscher Autohersteller, Endfertigung und Maschinenbau- komponenten dieser Industrie blieben in Deutschland, während das "Gehirn" des Autos ggf. von Google oder Apple stammt, sind Illusion. Alles, was das künftige Auto ausmacht, ist softwaregesteuert, einschl. superleichter Motoren – da bleibt nichts für den traditionellen Maschinenbau.
Eine Vorstellung von Material und Design künftiger Autos vermittelt vielleicht die Kombination aus selbsttragenden superdünnen Schalen (vergleichbar mit den Eigenschaften von Pistazien-Schalen) und Volumenelementen, die Spannung und Tragfähigkeit mittels hohem innerem Luftdruck erhalten (Designer-Sesseln der 1970er Jahre vergleichbar).

Der Autohersteller Tesla und Hybridfahrzeuge bringen noch nicht den großen Gererationswechsel, aber immerhin den erfrischenden Willen, die starre Panzermentalität der deutschen Hersteller vom Markt zu fegen. – Schaffen wird das ein Auto mit einer Kombination aus zwei großen (angeblich unvereinbaren) Eigenschaftsklassen:
a) experimentell und sparsam  (bisher eher assoziiert mit 'billig')
  d.h. also luftig, licht und leicht, flexibel, jung und spielerisch
b) elegant und anspruchsvoll  (begehrenswertes Statussymbol).

Beginnen könnte es angeblich mit einem Paukenschlag, wenn Apple Inc. die F1-Rennstrecken zu lärm- und abgasfreien Spektakeln  (iCar) umbaut. [10]
Von diesem Tag an wird es unglaublich peinlich sein, ein Auto zu "besitzen", ein SUV zu fahren oder einen deutschen Diesel (wenn man nicht gerade Farmer ist oder zum Peschmerga- Camp unterwegs ist).

Für die Marktbeherrschung gilt: Wer den Fahrdienst besitzt (das ist Software) und die Fahrzeug-KI (das ist ebenso Software), besitzt die gesamte Branche.
Die geschichtliche Entwicklung in der Autoindustrie (es ist eine geplante Entwicklung) verläuft genau wie in der Computerindustrie:  Anfangs war es ein Ausdruck individueller Unabhängigkeit, einen eigenen Computer oder ein eigenes Auto zu besitzen. Später kehren die Branchenführer die Situation um. Das Marketing-Ziel ist nicht mehr Unabhängigkeit, sondern im Gegenteil Erzeugung von Abhängigkeit:  die Branche besitzt die Benutzer – rechtlich und als ausführende Akteure des Gewerbes (Nutzungsverträge zum Service).

Brexit - Die britische Politik gegen Europa

Wenn die USA in den letzten einhundert Jahren die Abtrennung Russlands von Europa, d.h. die Schwächung Europas als Ganzes, als ihr politisches Hauptziel bezeichnen, impliziert das, daß sie England nicht als Teil Europas sehen (= eine Schwächung Englands ist nicht das Ziel).
Und auch in den Jahrhunderten zuvor (ganz zu schweigen von 1914) hat England selbst die Politik betrieben, bei Konflikten auf dem Kontinent jeweils die schwächere Macht zu unterstützen, um Europa als Ganzes zu schwächen. – Diese Politik ging teilweise bis zum drohenden finanziellen Staatsbankrott im England des 18. Jahrhunderts.

Der jetzt auslaufende Status Großbritanniens als Mitglied der Europäischen Union hat erstaunlich lange gehalten (wohl aus Respekt vor dem Vermächtnis Churchill's). Ein unnatürlicher Zustand geht damit zu Ende. England hatte sich schließlich (spätestens seit der englischen Reformation 1534) über die Ablehnung Europas (des "Kontinents") definiert.
"Great Britain is different" bedeutet eben nicht nur, daß Britannien etwas anderes ist als Europa. Es bedeutet die Intention, Europa im Griff zu haben. Großbritannien ist die fünftgrößte Ökonomie der Welt, Atommacht, eine der fünf Vetomächte des UN-Sicherheitsrates, Mutterland des Commonwealth.
Die englische Elite betrachtet Europa daher als das, was es (unsichtbar, aber faktisch) ist: als "occupied territory" (als in juristische Fesseln gelegtes Feindesland) – mit Ausnahme der Schweiz, wo Theresa May nach ihrem Amtsantritt erst einmal Urlaub machte.

Heutige Geheimdienste und geo-strategische Planer, die die Fronten und Zusammenhänge naturgemäß gern im Dunkeln halten, begrüßen den EU-Austritt Großbritanniens nicht. – Aber der bisherige Zustand, die o.g. Schwächungen der EU zu planen und gleichzeitig deren Folgen als Mitglied mitzutragen (und die Siegesgefühle [11] nicht ausleben zu können, wie es eigentlich englisches Bedürfnis ist), ging den Briten dann doch zu weit. Das überwältigend klare Ergebnis des Referendums ist kein "Demokratieunfall" – 'LEAVE' ist der politische Wille der englischen Elite (und der älteren Generation, die die Wahlbeteiligung deutlich dominierte).

Inwieweit es tatsächlich wieder zu offenen Frontenbildungen kommt, ist eine große Frage. Die Briten unterscheiden klar zwischen ihrem Interesse an der EU als Markt und der Bekämpfung der EU als konkurrierender (feindlicher) Handelsmacht. Der englische Enthusiasmus für polemische Zuspitzungen ist unter Umständen eine zuträgliche Kur für Europa. (Allerdings hat sich der Versuch, die EU unter britischem Druck zu demokratisieren und transparenter zu machen, als eine Art nachwirkende britische Sabotage herausgestellt: die (unberechenbare) Zustimmung der regionalen Parlamente zu CETA.)

In jedem Fall ist der Vorgang des Austritts selbst, sind die Verhandlungen und ihre vertraglichen Ergebnisse, eine unglaubliche Gelegenheit für England, das alte, abhängigkeitsbeladene Europa massiv und endgültig in die Schranken zu weisen (siehe Web Links und [12]). Im Gegenzug werden in England europäische Sozialstandards im Arbeitsrecht abgeschafft. Nur die qualifiziertesten Fachkräfte werden ins Land gelassen. Die Klassengesellschaft feiert sich selbst (ohne die aus der EU hereingefluteten Kriegs- und Wirtschafts-Migranten). Sie feiert den patriotischen Sieg in der großen imperialen Selbstbehauptung (die diesmal unblutig ist, aber wieder in vollem Gange und gewiss siegreich).

Web links  - Die britische Politik gegenüber Europa

Web links  - Rosinenpickerei beim Brexit

Big Data und KI-Forschung

Bei der Entwicklung von KI geht es letztlich nicht um kontrollierte Denkprozesse in der Maschine, sondern um maschinenkontrollierte Denkprozesse beim Menschen – um perfekte Manipulation.

Bekannt ist das Phänomen als Filterblase, die allerdings im Zusammenhang mit der KI-Zukunft der Menschheit total sein wird.
2011, bei der Einführung des Begriffs, war eine individuell maßgeschneiderte, sich ändernde Filterblase gemeint, die Meinungen bedient (algorithmus-gesteuert / marketing-gesteuert).
Hier, im neuen Zusammenhang, ist die Filterblase hermetisch, global, endgültig und herrschaft- gesteuert. Ihre Aufgabe ist es nicht mehr, Meinung zu bedienen, sondern Meinung zu generieren und zu kontrollieren.
Wie kann man die ganze Welt an eine Doktrin, ein Wahrnehmungsfilter, binden, ohne daß die Welt es bemerkt?  Anders gefragt: Wie kann man sicherstellen, daß eine abweichende Wahrheit als Paranoia erscheint? [13]

Die vorangegangenen Punkte dieser Anasyse behandelten politische und wirtschaftliche Prozesse, die in einem Zeitrahmen von 10 oder 15 Jahren ablaufen. - Das Thema KI unterscheidet sich davon. Es ist ein global-soziologischer Prozess und ist mit einem Zeitrahmen von ca. 30 Jahren zu betrachten.

In Bezug auf die Erlangung der Weltherrschaft (= Kern der KI-Forschung wie auch Kern der Politik gegenüber Europa) sind die vorigen Punkte letztlich ein Mittel des Hinhaltens im Weltgeschehen – über die entscheidenden kommenden 30 Jahre hinweg.

Das strategische Ziel der KI-Forschung wird heute schon von ihren Planern vollständig verschleiert. Verfolgt man die Diskussionen in der IT-Scene, an den Instituten etc., wird die Wahrnehmung der KI in zwei (vom Wesen ablenkende) Gruppen gedrängt:

Künstliche Intelligenz besiegelt in der Tat das finale Schicksal der Menschheit – aber nicht, weil die KI außer Kontrolle gerät, sondern weil sie im Gegenteil als Manipulator unter der totalen Kontrolle einiger weniger zum vollkommenen Herrschaftsinstrument über die Mehrheit wird.

Die Rolle von künstlicher Intelligenz bei der endgültigen Etablierung anglo-amerikanischer Hegemonie über Europa ist ein zu weites Feld. Ich verweise daher auf die Linkliste.
Über KI-Entwicklungen, die die Hegemonie über die Welt herstellen, habe ich an anderer Stelle [15] geschrieben.

Web links  - Künstliche Intelligenz als Herrschaftsinstrument

Kurz-URL: 

[1]  Die Thesen des Artikels sind im Wesentlichen eine Wiederholung meines (zwei Jahre alten, englischsprachigen) Artikels "1914-2014  Die Kriege Nord-Amerikas in Europa".
Inhaltlich sind die damaligen Thesen zum Teil von der Wirklichkeit eingeholt bzw. bestätigt  (der NATO-Riegel in Ost-Europa, die anti-europäische Politik Großbritanniens).
In den obigen Auflistungen der Weblinks wurden einige von mir später ergänzt (das jeweilige Datum reicht über das Erscheinungsdatum des Artikels hinaus).

[2]  Bei einem ersten Artikelentwurf hatte ich die deutsche Politik in ihrem Verhältnis zu den USA so charakterisiert:  ein ungesundes Konglomerat aus dementer Gläubigkeit, Ohnmacht, Lügenpresse und Masochismus.
a) Zur Erläuterung des Vorwurfs ein (historisch zurückliegendes) Ereignis:
Eine erlauchte Aristokratenfamilie, die quasi die ganze Welt beherrscht, trifft sich in Abständen zum Diner und lädt in den Großen Spiegelsaal. Seit Jahrzehnten lässt sie sich dabei von ihrem Butler bedienen. Man spricht Upper-Class English.
Eines Tages ein unsäglicher Vorfall: der Butler führt unvermittelt die Rede (auf deutsch) und meint, er könne doch mit an der Tafel Platz nehmen, um zu dinieren wie ein Familienmitglied. – Der Butler: nicht Jakobiner, sondern ein Idiot, ein Psychopath !  (Deutschland hatte sich im Ernst um die Mitgliedschaft im Five-Eyes-Bündnis der Geheimdienste NSA, GCHQ etc. beworben.)
b) NACHTRAG 2016-08-30
Gerade einmal vier Wochen nach diesem Artikel scheint meine Einschätzung der Beziehung EU-USA überholt zu sein. - Eine Meldung wirkt wie ein Paukenschlag: Die Besteuerung der Firma Apple in Irland mit 0.005 pct. wird von der EU Kommission als illegal eingestuft.

Zusammen mit der Meldung vom selben Tag, daß das US-Diktat bei den TTIP-Verhandlungen von der EU nicht akzepiert wird, deutet das auf einen epochemachenden Wechsel.
Wandelt sich die EU vom Handlanger von US-Interessen zu einem konstruktiven Verteidiger europäischer Interessen? — Ein halbes Jahr später hat sich diese Frage geklärt. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz (#msc2017, 2017-02) löste sich der Mut zur neuen europäischen Selbstbestimmtheit in Luft auf (und in Unterwerfung gegenüber den USA).

[3]  George Friedman führt in seinem Chicagoer Vortrag in einer historischen Rückschau aus, wie sich z.B. das Deutsche Nazi-Reich ineffizient verhalten hatte. In dessen Herrschaftsausübung hatte es versucht, jede (Kriegs)handlung selbst zu kontrollieren oder auszuführen. – Das schaffe keine Macht der Welt.
Intelligenter sei es, andere Mächte gegeneinander aufzubringen, um Ziele zu erreichen. Friedman nennt bekannte Beispiele wie den Krieg Iran-Irak.  Und er nennt in dem Zusammenhang (im Video t=53m50s), daß diese Strategie den USA bereits 1914 mit Deutschland und Russland gelungen sei. (siehe Victor Klemperer, LTI, Kapitel 26: Der jüdische Krieg)
– Mir scheint, wenn man es als strategischer Planer der USA erst einmal verinnerlicht hat, die einzige Weltmacht zu sein, gibt es kein Verbrechen mehr, dessen man sich nicht rühmen sollte.

[4]  Die rechtliche Legitimation der EU und die der EU-Assoziationsverträge (Ukraine) sind untennbar miteinander verbunden.
Die Entfremdung der Ukraine von Russland (und in der selben Weise auch die von Georgien) ist eine militärstrategische Fixiertheit der USA. Dabei ist die Ausgangslage von zwei Punkten gekennzeichnet:

Da allerdings die USA in der Ukraine noch viel weniger zu suchen haben, als die EU, wird die EU von den USA genötigt, zur Konfliktherbeiführung EU-Assoziationsverträge auszuhandeln – rechtlich fragwürdige Verträge incl. NATO-Assoziation.  (Bei der unbedingt gewollten strategischen Unterwanderung in einem Drittstaat entsteht hier also eine rechtliche Ausnahme: eine Verquickung von NATO und EU, bei der die EU als Rechtsgegenstand ausnahmsweise willkommen ist.)

Alexander Kluge hat in einem Gespräch mit Prof. Dr. Dieter Grimm explizit nach der staatsrechtlichen Legitimation der EU-Assoziationsverträge gefragt. Grimm bügelt das Thema wortreich nieder und gibt überhaupt keine Antwort.

Ich hole hier eine Antwort nach:  Die EU hat nicht den Mut gefunden, nein zu sagen zu ihrem Sündenfall. Ihre Legitimation als rechtliches Gebilde hat die EU mit diesem Verrat an Europa (siehe oben) verloren (.. und am Ende wohl nichts anderes verdient als den Untergang).
Großbritannien, daß die Verträge zentral mitherbeigeführt hat, zieht sich nach dieser Torpedierung Europas zurück und beobachtet den Fortgang aus sicherer Entfernung.

[5]  Politik und Presse in der westlichen Welt haben Ereignisse und Meldungen in Vorbereitung des Ukraine-Konflikts so geplant, daß der Eindruck entsteht, der Niedergang der wirtschaftlichen Beziehungen mit Russland wäre eine Konsequenz aus inakzeptablem politischem und militärischem Gebaren Russlands.
Tatsächlich aber stand im Gegenteil zuerst das Handelsverbot mit Russland als Endziel fest (ein US-Ziel, das der EU aufgenötigt wird). Alles Weitere, einschließlich der Verteufelung Putins, folgte als Mittel zu diesem Zweck.
Das Ukraine–EU Assoziationsabkommen war bereits im Nov. 2013 unterzeichnet, in welchem die Kooperation (§ 7) mit der NATO festgeschrieben war, lange vor den Krim-Ereignissen.

[6]  Die Politik der Schwächung Russlands beschränkt sich nicht auf die Etablierung des US-Militärs in peripheren Staaten der ehemaligen Sowjetunion (Georgien, Ukraine..) und auf Handelsverbote. Es wird gleichzeitig massiv Einfluss auf den Preis von Erdgas und -öl auf dem Weltmarkt genommen, um Russland von Einnahmen abzuschneiden (Ausweitung der US-Ölexporte und der Schiefergasförderung, Aufhebung der Iran-Sanktionen).
Stratfor's Prognose: 'They will not survive.' – Es geht also beim Wesen der US-Politik nicht eigentlich um Schwächungen, sondern um die Planung von Verelendung und Vernichtung.

[7]  Schattenwelt BND. Wie viel Geheimdienst braucht Deutschland?, TV-Dokumentation, 90min, Rainald Becker, Ch.H. Schulz, ARTE.tv, 19.07.2016

[8]  Eine psychologische Studie zur zitierten "Bescheidung" des BND:

Ein Auslandsgeheimdienst ist eine Einrichtung, die in entsprechender Situation Herr ist über Leben und Tod. Er ist in seinem Eigenbild (und im Vergleich zur kleinen Welt eines Jedermann) der Nabel der Welt.
Die Frage lautet also: Wann würde sich eine solche Einrichtung öffentlich mit einer Selbst-Degradierung und "Bescheidung" darstellen (wie hier beim Thema der Flüchtlingsströme)? – Die klare Antwort eines jeden Psychologen lautet : absolut nur dann, wenn die tatsächlichen Verhältnisse zu verschleiern sind.

[9]  Mit welcher Geschwindigkeit Flüchlingsströme durch Information gesteuert sind, zeigt eine Zahl: Im ersten Halbjahr 2016 haben 18.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge Asylantrag in Deutschland gestellt - sechs Mal so viele wie im Vorjahreszeitraum.
Den Zusammenhang, daß große politische Interessen hinter Flüchtlingsströmen stehen, habe ich in einem Tweet (2016-05-26) zum Ausdruck gebracht:

Wie sehen Israelis die Zusage von Kanzlerin Merkel zur Aufnahme syrischer Flüchtlinge? – Aus ihrer Sicht ist Deutschland so etwas wie ein Gaza Ghetto - außer: sie müssen es nicht bombardieren, sie kontrollieren es sowieso.

Was in Deutschland als Willkommenskultur arglos von den Kommunen geleistet wird, ist in Wahrheit die Mitfinanzierung (wie immer durch "Logistik") des bisher größten Verbrechens des 21. Jahrhunderts, der Zerstörung Syriens. – So, wie die EU und die UNO genötigt worden waren, eines der größten Verbrechen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu finanzieren, die Ghettoisierung Palästinas.
>>  Die Siedler der Westbank, Shimon Dotan, Dokumentation, 2016 (arte)
>>  The Settlers, Shimon Dotan, Documentary, 2016 .. ..  >>  91 min (ARD)
>>  The train that divides Jerusalem, Documentary, BBC 2015

[10]  Die CAD Software NX (SIEMENS), die im Fahrzeugbau den Standard setzt, hat Apple bereits eingesetzt, 10 Jahre bevor Daimler darauf umgestiegen ist.

[11]  Häme.
Genau das heißt es, britisch zu sein: eine Konfrontation bis zum Ende durchzuziehen. Zum Beispiel: "Echtes Banking ist es nur dann, wenn sich der Bankrotteur auch wirklich in den Kopf schießt." Feindschaft wird 1. niemals beigelegt und 2. offensiv und genussvoll ausgelebt. Es geht nicht darum zu siegen, sondern darum, den Verlierer verlieren zu sehen. An dieser britischen Eigenheit gibt es nichts zu kritisieren, es ist Passion und hohe Kultur. – Kritikwürdig ist dagegen sehr wohl die deutsche Kultur der Vertrottelung, die das nicht versteht.

[12]  Mit dem Brexit kann London seine Vorteile ohne Rücksichten ausspielen:

Wie eine Zwingburg des entfesselten Kapitalismus unmittelbar vor den Toren des Kontinents hat England ganz Europa quasi im Würgegriff. - Die folgende Analyse gilt genauso für die City of London: What business is Wall Street in? - They are hackers.

[13]  Für Mathematiker, die die sozialen Aspekte der Datenströme erforschen, ist das menschliche Verhalten und Denken ein erschreckend banales Feld. - Es gibt immer eine begrenzte Anzahl aktueller, moderner Ideen. Wenn bestimmte Ideen als gefährlich eingestuft werden, lassen sich diese durch Manipulation der Kommunikation kleinhalten. Auf Dauer verschwinden sie dadurch. Ein bestimmter Teil der möglichen Wirklichkeiten (Zukünfte) der menschlichen Gesellschaft wird somit von der Existenz ausgeschlossen.

Die Aufgabe künstlicher Intelligenz hierbei ist es, alle Arten von Ideen in der menschlichen Kommunikation aufzuspüren, automatisch zu klassifizieren und ggf. automatisch zu manipulieren – sogar wenn diese Ideen nur wahrzunehmen sind, wenn man "zwischen den Zeilen" liest.
Ein Beispiel verdeutlicht das:  In den Jahren 2014, 2015 gab in der Berichterstattung im deutschen Rundfunk auffällige, erkennbare Muster. Wenn z.B. über einen Zwischenfall zu berichten war, der das Regime Israels in den Palästinensergebieten nicht gut aussehen ließ, wurde diese Meldung in den Nachrichten eine Stunde später überlagert von einer Meldung nach dem Schema:
Text text .. Anthrax-Brief .. text .. Israelische Botschaft in Peru .. text ..
Oder wenn über einen Zwischenfall zu berichten war, der den Terror "gemäßigter Rebellen" in Syrien nicht gut aussehen ließ, folgte eine Stunde später:
Text text .. Fassbomben .. text .. der Schlächter Assad .. text ..
In künftiger Zeit werden ideologisch korrekte Meldungen mit Hilfe von KI generiert werden, in denen solche Muster und Zusammenhänge völlig unkenntlich sind – eine geläuterte LTI, bei der selbst die Sprachanalysen eines Victor Klemperer ins Leere laufen würden (einmal abgesehen davon, daß Klemperer beim kommenden Weltreich seiner eigenen Brüder ohnehin nichts bemängeln würde). Die Welt wird von den aufgeführten Peinlichkeiten befreit sein und von der Notwendigkeit, ein (teures) Heer von gleichgeschalteten Redaktionen "auf Linie" zu halten.

[14]  Selbstdarsteller wie Nick Bostrom, die das Unkontrollierbare der KI beschwören, sind den strategischen Planern sehr willkommen. Sie sind im 21. Jahrhundert so nützlich zur Erhaltung und Verschleierung von Herrschaft, wie es die Kirche in vergangenen Jahrhunderten war mit ihren nebulösen Predigten über "das Böse".
Susanne Biundo-Stephan (Uni Ulm) bestätigt bei einer Debatte in Berlin (2016-10) meine diesbezügliche Position.

[15]  Das Thema "Künstliche Intelligenz und Weltherrschaft" habe ich in meinen Artikeln AI - Part 1 und AI - Part 2 (englischsprachig) behandelt.

Was ist die langfristige Konsequenz künstlicher Intelligenz?  Eine Clique, die noch nie produzierend gearbeitet hat und die sich selbst außerhalb und oberhalb der Menschheit sieht, ergreift die Gelegenheit, sich höhere KI als ihre hoheitliche Domäne zu sichern.
Sie wird existenzfähig – ohne Arbeit und ohne Menschheit.

Höhere künstliche Intelligenz ist der Eintritt des Menschen in seine selbstverschuldete, endgültige Unmündigkeit.

[16]  Meine Kritik des Buches "Antiamerikanismus in Deutschland: Über die Funktion von Amerikabildern in nationalistischer und ethnozentrischer Rhetorik".
Als Quelle zum Inhalt der Studie verweise ich auf die Rezension von Tamara Tischendorf.
Felix Knappertsbusch behauptet in seiner Studie, Antiamerikanismus in Deutschland habe substanziell eigentlich keinen Gegenstand, sondern sei Ausdruck einer Selbstinszenierung (mit Bezug auf die Eigengruppe), die mit der realen Außen- und Innenpolitik der USA nicht viel zu tun hat – Antiamerikanismus sei ein rhetorisches Phänomen und ein Vorurteil.

Methodisch scheint die Studie in ihren Befragungen und Auswertungen wissenschaftlich vorgegangen zu sein. Die Endaussage aber ist vorgefasst. Die Studie untersucht nicht, in welchen Fällen Antiamerikanismus ein Vorurteil und in welchen ein begründetes Urteil ist, sondern sie untersucht, wie und warum das Vorurteil (es kann nur ein solches sein) seinen Platz findet.
Die Untersuchung weist zwei fundamentale Fehler auf:

Das Fazit des Buches ist eine Beleidigung all derer, die das Leid sehen oder ertragen, das US-Interventionen über die Welt bringen – einer Gruppe, die es in Deutschland laut dieser Studie gar nicht gibt.
Die Publikation wäre aus meiner Sicht nicht weiter erwähnenswert. Aber der Deutschlandfunk findet sie politisch wichtig. Diese 400 Seiten passen in eine unüberschaubar breite Kultur der Lüge und des ideologischen Duckmäusertums – kennzeichnend für die ersten 15 Jahre dieses neuen Jahrhunderts.
Man muss kein Historiker sein, um zu erkennen, daß es in den letzten 250 Jahren deutscher Geschichte keine Periode gegeben hat (die zwölf Jahre von 1933 bis 1945 ausgenommen), in der das analytische und kritische Geistesleben eine derartige Angepasstheit gegenüber der politischen Macht erlebt hat  (insbesondere im Vergleich zur historisch ähnlich gelagerten napoleonischen Zeit und zur Gesellschaft im ostdeutschen Staat, die von mehrheitlicher Distanzierung (wenn auch passiver oder verdeckter Distanzierung) zur politischen Lüge gekennzeichnet war.
Unauffällig bleibt der heutige Niedergang,

  1. weil digitale Techniken der Aufmerksamkeitslenkung eine physische Kontrolle über Andersdenkende überflüssig macht,
  2. weil eine Lüge zur Wahrheit wird, wenn sie lange genug unangefochten bleibt,
  3. weil eine Lüge banal wird, wenn sie ihren Zweck erfüllt hat.

[17]  Ich habe das Buch von Brendan Simms und Benjamin Zeeb nicht gelesen, aber eine Rezension im Deutschlandfunk gibt ausreichend Zitate zur Beurteilung.
"Europa am Abgrund" ist der rechtskonservative Versuch einer theoretischen Untermauerung der realen US-Hegemonie über Europa (mittels Leugnung dieser Hegemonie und gleichzeitig mittels Unterwanderung der EU mit der Forderung nach amerikanischen konstitutionellen Strukturen).
Die im Folgenden aufgelisteten fragwürdigen Thesen und Formulierungen des Buches vermitteln den Eindruck, als seien die einzigen Quellen des 140seitigen "Plädoyer für die Vereinigten Staaten von Europa" die News-Agentur CNN, die deutsche Tagesschau und doktrinkonforme Seminare in Politikwissenschaft und BWL.

Der zentrale Begriff des Buches (und damit die dahinterstehende Absicht) ist die Einhegung Deutschlands. Dieser Fokus spiegelt in der Tat das reale politische Geschehen in Europa wider. In meinen eigenen Analysepunkten dieses Aufsatzes bin ich dazu ins Detail gegangen, ich habe allerdings dem Fokus einen klareren Namen gegeben:  Wille zur Destruktion.
(Ich muss zugeben, in gewisser Weise bewundere ich das Maß an Demagogie und Verachtung, das in dem weichgespülten Begriff "Hege" steckt und auf den ich nie gekommen wäre.)

Was ist ein Thinktank ohne einen echten Gedanken? – (Man braucht nur auf die Adernauer Stiftung oder Bertelsmann Stiftung oder auf Stratfor zu schauen:) Es ist ein Diener der Destruktion.
Meine Kurzkritik des Buches (auf Twitter) lautet:  #EU. - Wenn sie meinen, die Beute sei bezwungen, setzen die akademischen Schmeißfliegen sich darauf nieder.

[18]  Seit zehn Jahren gehen die beauftragten Militärs aus den USA und GB in den Hauptstädten Osteuropas mit ihrer Heilsbotschaft hausieren:
"Vertraut eure Sicherheit nicht der EU an !" (Die hat nicht einmal eine Armee.)

Seit 25 Jahren hatte die EU die Chance, Polen (und in der Folge auch das Baltikum) so zu fördern und vertraglich einzubinden (insbesondere in eine Allianz mit Frankreich), daß damit eine Hauptsäule der europäischen (auch militärischen) Sicherheit entsteht (so, wie es einst Scholl-Latour vorgeschlagen hatte).
Diese Chance hat die EU ungenutzt verstreichen lassen (möglicherweise bewusst und in Erwartung des kommenden NATO-Riegels).
Statt 100 Milliarden EURO auf ein integriertes und verläßliches Polen zu verwenden, ist das EU-Geld als Briten-Rabatt verbrannt. Polen wird, wie jeder weiß, in den deutschen Medien mit Vorurteilen und Verachtung bedacht (umgekehrt werden die Deutschen in Polen gerne als 'SS' Europas dargestellt). Das sind beste Voraussetzungen für den Hebel, wie er heute von der anglo-amerikanischen Politik so erfolgreich zur Spaltung angesetzt wird.

Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung behauptet, die Sicherheitspolitik in Europa würde durch den Austritt Großbritanniens aus der EU geschwächt. – Das Gegenteil ist richtig, da die doppelgleisige Interessenslage (Blockade) der Briten gegenüber der europäischen Verteidigung jetzt überschaubar wird. Im weiteren ist die Sicherheitspolitik immer noch über die NATO, nicht die EU, bestimmt. (Zu hinterfragen ist allerdings, wessen Interssen in der NATO dabei gemeint sind und ob F.J. Jung nicht vielleicht eher der bisherigen britischen Politik der Schwächung der europäischen Verteidigung nachweint.) Großbritannien selbst versichert (z.B. zur Beruhigung gegenüber Estland und Polen), daß GB im Gegenteil durch den Austritt besser in der Lage ist, zu kontrollieren, wohin sich der Konkurrent Europa militärisch entwickelt und daß sich GB um so mehr (z.B. in Estland oder Polen) engagiert.

"Polen verloren (verloren an britische Taktik) = Europa verloren." Das besiegelt für Europa mehr als nur das Schicksal der nächsten 20-30 Jahre. Denn, nur, wer sich bis zur Mitte des Jahrhunderts (dem prognostizierten Eintritt in das Zeitalter der alles beherrschenden künstlichen Intelligenz) als globale Macht behauptet hat, wird in der späteren Geschichte eine Chance haben (beim Untergang des 'Ökosystems Erde' im 22. Jahrhundert), eigene Mindestinteressen im globalen Chaos zu verteidigen.
Neben Washington-London-Tel Aviv wird das wohl auch Beijing sein.