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Semesterprojekte

Themenarchiv der Projekt- und Diplomarbeiten

Semester:
Wintersemester

Student:
Kramer, Johan

Studienphase:
Diplomarbeit

Professor / Lehrbeauftr.:
Prof. Adolf Krischanitz

Assistent / Wissensch. Mitarb.:
Heine

Themengebiet:
Öffentliche Gebäude

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  • 2002. Student: Kramer, Johan
  • Diplomarbeit
  • Prof. Adolf Krischanitz
  • Öffentliche Gebäude
Semesterprojekt Architektur
Semesterprojekt Architektur 2b

Semesterprojekt Architektur 3b

Semesterprojekt Architektur 4b

Semesterprojekt Architektur 5b

Eine Zentralmoschee für Berlin

STÄDTEBAU
Die Moschee und das islamische Zentrum werden in den Baublock zwischen Oranienburger Straße, Friedrichstraße und Johannisstraße eingefügt. Zwei riegelartige Baukörper, die von der Oranienburger Straße bis zur Johannisstraße durchlaufen, schließen die beiden Hälften des Blocks ab und spannen eine erhöhte Freifläche auf.
Auf diesem Sockel ist die Moschee als glasverkleideter Solitär zentral angeordnet und unterteilt den Raum in verschiedene Freiräume. Der Sockel wird über zwei Freitreppen von der Oranienburger Straße und von der Johannisstraße aus erschlossen. Die Treppen liegen sich diagonal gegenüber und beziehen sich auf die punktsymmetrische Grundrissdisposition der Moschee. Die Moschee wird von vier Wasserbassins umgeben, zwischen denen die vier Eingänge zum Sakralbau liegen.

FUNKTION
Das komplexe Raumprogramm des islamischen Zentrums wird auf drei Gebäude aufgeteilt.
Der zentrale Baukörper enthält die Moschee mit Vorzone und Waschräumen im Erdgeschoss und Betsaal im Obergeschoss; Die beiden Randriegel enthalten Läden, Gemeindezentrum, Schule, Kindergarten, Bibliothek, Verwaltungsbereiche und Wohnungen.
Für das zentrale Moscheegebäude ergibt sich eine umfangreiche Folge von Vorzonen, die sich aus der Geschichte der Moscheenarchitektur ableitet: Von der Oranienburger Straße und der Johannisstraße aus betritt man zunächst über die Freitreppen die Vorplätze. Von diesen aus gelangt man in die zentrale Vorhalle der Moschee, die wiederum die Zugänge zu den Waschräumen enthält, von denen aus man schließlich den Betsaal selbst erschließt. Da sich das Gebäude in seiner Kubatur den städtebaulichen Achsen anpasst, wird die liturgisch notwendige Orientierung nach Mekka im inneren vollzogen.
Das Raster des Bodenbelags ebenso wie das Raster der Lichtdecke und die tief herabhängenden Leuchten betonen die Qiblarichtung, die Qiblawand selbst mit dem mihrab steht orthogonal dazu in der südöstlichen Ecke des quadratischen Raumes.

STRUKTUR UND MATERIALISIERUNG
Das Moscheegebäude wird durch seine windmühlenartige Grundrissdisposition charakterisiert. Es ist als Stahlbetonbau ausgeführt. Das Material tritt im Inneren sowohl in den Erdgeschossräumen als auch im höher gelegenen Betsaal in Form von Sichtbetonoberflächen zutage. Das Dachtragwerk der Moschee besteht wegen des quadratischen Grundrisses aus einem ungerichteten Fachwerkträgerrost.
Im Innenraum ist das Tragwerk nicht sichtbar, eine Decke aus mattem Glas bildet die Raumbegrenzung nach oben und gewährleistet die Belichtung des Raumes.
Seitlich wird der Betraum durch geschlossene Betonwände begrenzt, Tageslicht gelangt somit nur über die Lichtdecke ins Innere.
Außen ist das Gebäude mit großformatigen Glastafeln bekleidet, die das Dämmmaterial durchscheinen lassen.
Die Glastafeln sind mit arabischen Kaligrafien bedruckt und nehmen somit ein Thema muslimischer Architektur auf. Die Schrift gibt die erste Sure des Korans wieder.
Im Gegensatz zu der gläsernen Fassade der Moschee werden die Fassaden der Randriegel durch Lochfassaden bestimmt, die rhythmisch von den größeren Öffnungen der Loggien unterbrochen sind. Diese Fassaden sind ebenso wie die Wände des Sockels mit Fertigbetonelementen verkleidet.

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