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Semesterprojekte

Themenarchiv der Projekt- und Diplomarbeiten

Semester:
Wintersemester

Student:
Abel, Anna
Biechteler, Heike
Conradi, Julia
Förster, Catharina
Gieseke, Alexander
Hassenstein, Boris
Hoelzinger, Anne
Krug, Julia
Müller, Heidi
Opper, Cornelius
Przyrembel, Mark
Roloff, Yves
Schladitz, Wenke
Schneider, Christian
Schudel, Manuel
Swillus, Joachim
Wiesmann, Patrick

Studienphase:
Projekt im Hauptstudium

Professor / Lehrbeauftr.:
Prof. Eilfried Huth

Assistent / Wissensch. Mitarb.:
Jesko Fezer

Themengebiet:
Kultur/ Medien/ Kommunikation

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  • 1999. Studenten:
    Abel, Anna • Biechteler, Heike • Conradi, Julia • Förster, Catharina • Gieseke, Alexander • Hassenstein, Boris • Hoelzinger, Anne • Krug, Julia • Müller, Heidi • Opper, Cornelius • Przyrembel, Mark • Roloff, Yves • Schladitz, Wenke • Schneider, Christian • Schudel, Manuel • Swillus, Joachim • Wiesmann, Patrick
  • Projekt im Hauptstudium
  • Prof. Eilfried Huth
  • Kultur/ Medien/ Kommunikation
Semesterprojekt Architektur

RewindMETABOLISMUS

baulicher stoffwechsel in japan 1960-1970
Visionäre Architektur in Österreich - die 60er Jahre
Cornelius Opper

Hans Hollein, Car City, Fotocollage

Österreich nach 1945 - Der Wiederaufbau
In Österreich nach 1945 gab es sowohl gesellschaftspolitisch, als auch architektonisch, keine Stunde Null. Dies änderte sich auch nicht 1955, dem Jahr des Staatsvertrags und der somit erhaltenen Unabhängigkeit und staatlichen Souveränitet.
Ähnlich wie in Deutschland arangierte man sich mit den alten Eliten, was zu einer personellen und formalen Kontinuität führte. Wie in Deutschland galt auch hier die Parole Adenauers: "keine Experimente".

Zerstörte Städte: Die Architektur der Nachkriegszeit legte den Funktionalismus in einer rein pragmatisch-ökonomischen Richtung aus, was einem schnellen Wiederaufbau, mit seinen Wohnungsbauprogrammen entgegenkam, in denen es in erster Linie um Schaffung von Wohnraum und der Beseitigung der Kriegsschäden ging ... Doch es wurde auch die Chance eines Neuanfangs verpaßt!
"Das Ergebnis waren öde Stadtrandsiedlungen - besonders in Wien - Provinzialität des Schulbaus und die Demolierung der Gründerzeithäuser." (Günther Feuerbach) - große Defizite und Mißstände in der Architektur und dem Städtebau, die bald auch im Mittelpunkt der Funktionalismuskritik stehen sollten.

Vor dem Krieg: Die Tradition und Qualität der bemerkenswerten Wiener Vorkriegsarchitektur der frühen Moderne und Wiener Sezession wurde erst langsam wiederentdeckt. Den während 1938 bis 1945 verfemten oder vergessenen Architekten, wie Otto Wagner, Josef Hoffmann, Adolf Loos, Jose Plecnik, Grete Schütte-Lihotzky, Rudolf Schindler und vielen anderen, blieb lange Zeit die Anerkennung verwehrt. Gleichzeitig waren sie nun Wegbereiter einer neuen Architekturbewegung.

1958 - Beginn der Funktionalismuskritik
Unter anderem die Auseinandersetzung mit Architekten wie Frederick Kiesler und seinem "Endless House", Konrad Wachsmann mit seinen Konstruktions­systemen und Sommer­seminaren in Wien, internationalen Entwicklungen, wie Yona Friedmans Raumstadt (Raumgitter­strukturen)... und eben der eigenen architektonischen Vergangenheit, führte Ende der Fünfziger­jahre zu einem Klimawechsel in der Architektur.

Hieraus gehen zwei Zentren einer progressiven Architektur hervor: auf der einen Seite Wien, mit Hans Hollein und Walter Pichler, "Coop Himmelblau", "Haus–Rucker–Co", "Zünd Up", "Salz der Erde" und anderen, und auf der anderen Seite Graz, mit Raimund Abraham, Friedrich St. Florian, Günther Domenig und Eilfried Huth, Karla Kowalski / Michael Szyszkowitz...

Doch erst 1958 gab es eine starke Zäsur - hervorgerufen durch Kritik und Polemik an den Ergebnissen des Funktionalismus und Rationalismus. Der Aufstand, gegen das Versagen der von akademischer Erstarrung bedrohten Architektur, begann in Wien und kommt insbesondere in literarischer Form daher.
Drei Manifeste markierten 1958 die ungewöhnlich frühe Funktionalis­muskritik: Fritz Hundertwasser verfaßt sein sogenanntes "Verschimmelungs­manifest" , in dem er die Raster­architektur angreift, mit ihrem seelenlosen Zweckrationalismus und ihren toten Fassaden, die nicht den Bedürfnissen des Menschen entsprachen. Er reklamierte das Recht der Bewohner auf Mitbestimmung und wehrte sich gegen das Diktat des rechten Winkels.
Arnulf Reiner und Markus Prachensky wollten eine "Architektur mit den Händen" bauen und forderten "jeder Mensch soll seine eigene Architektur machen" und Günther Feuerstein plädierte für eine "Inzitente Architektur", die nicht vom Rationalen, sondern Emotionalen bestimmt wird.

"Jede moderne Architektur, bei das Lineal auch nur eine Sekunde lang (...) eine Rolle gespielt hat, ist zu verwerfen. (...) Um die funktionelle Architektur vor dem moralischen Ruin zu retten, soll man auf die Glaswände und Betonglätten ein Zersetzungs­produkt gießen (...) Und erst nach einer schöpferischen Verschimmelung (...), wird eine neue und wunderbare Architektur entstehen."
(Fritz Hundertwasser)

Aufbruch in die Sechziger - Hans Hollein / Walter Pichler
Der Bildhauer und Künstler Walter Pichler und der studierte Architekt Hans Hollein sind die ersten, die diesen neuen Ideen eine Form geben und somit zu Pionieren einer visionären Bewegung ("Visionären Architektur") werden, mit nationaler und interna­tionaler Wirkung.

Hans Hollein, 1961, Gebäude

Manifeste: 1962 ruft Hans Hollein in einem elementaren Vortrag "Zurück zur Architektur" dazu auf, "das Bedürfnis der Menschen, materielle Gebilde zu schaffen, die eine (...) transzendente Bedeutung haben" nicht zu mißachten - nicht als retrospektiven Ansatz, sondern als Besinnung auf die fundamentalen Qualitäten der Architektur. In ihrem Manifest von 1962 entwickeln Pichler und Hollein ihre radikale These zu einer sogenannten "Absoluten Architektur". Das bedeutet, eine Architektur, die abgelöst ist von der Geschichte, vom Denken und Tun. Also eine, von ihrem "Gegenstand" dem Menschen befreite, gegenstands­lose Architektur. Diese Architektur dient keinem Zweck, sie dient nur sich selbst - sie ist reine, absolute Architektur! Sie propagieren somit einen totalen Architektur­begriff, der vor allem alte Feindbilder wie das Symbol, das Ritual und den Mythos wieder "inthronisiert", oder wie Hollein es sagt: "Alles bauen ist kultisch".

"Architektur ist die Verkörperung der Macht und Sehnsüchte weniger Menschen. Sie ist eine brutale Sache, die sich der Kunst schon lange nicht mehr bedient (...) Sie dient niemals. Sie erdrückt die, die sie nicht ertragen. Architektur ist das Recht derer, die nicht an das Recht glauben, sondern das Recht machen. Sie ist eine Waffe (...) Maschinen haben sie ergriffen, und die Menschen sind nur mehr geduldet in ihrem Bereich."
(Walter Pichler)

Provokation und Kritik, Bekenntnis und Herausforderung fallen bei Pichler zusammen und tragen ihm den Vorwurf einer totalitären, inhumanen Haltung, ja sogar faschistoiden Diktion ein - ein Vorwurf, der ihn sehr betroffen machte.

"Form folgt nicht Funktion. Form entsteht nicht von selbst. Es ist die große Entscheidung des Menschen ein Gebäude als Würfel als Pyramide oder als Kugel zu machen.
Form in der Architektur ist vom Einzelnen bestimmte, gebaute Form. Heute (...), an dem uns eine ungeheure fortge­schrittene Wissenschaft und perfektionierte Technologie alle Mittel bietet, bauen wir was und wie wir wollen, (...) reine, absolute Architektur.Heute ist der Mensch Herr über unendlichen Raum."
(Hans Hollein)

Es ist eine klare Absage an Sullivans "form follows function" und zugleich fordert Hollein ein Bekenntnis zu einer neuen Spiritualität: "Architektur ist eine geistige Ordnung, verwirklicht durch Bauen"

Ausstellung: Die "Galerie St. Stephen" wurde eine wichtige Plattform der aufkommenden Architekturdebatte und ihr Träger, die Katholische Kirche, ein einflußreicher Förderer der neuen Architektur. Eine öster­reichische Besonderheit, die sich auch in innovativen Kirchenbauten verschiedenster Stilprägung niederschlägt.
Auch die Ausstellung von 1963, mit dem programma­tischen Titel "Architektur", findet in der "Galerie St. Stephan" statt. Hierin visualisieren Hans Hollein und Walter Pichler ihre provokanten Thesen und Vorstellungen zu einer "Absoluten Architektur".

In Form von Skizzen, Modellen und Plastiken entwerfen sie visionäre, kompakte, wachsende Architekturlandschaften, zwischen Skulptur und Bauwerk, unterirdische Städte, plastische Riesen­skulpturen mit Hohlräumen, monumentale Gebilde, die das "wahre Gesicht" der Stadt zeigen. Es sind präzise, von Geometrie und Pathos bestimmte Volumen, ohne detaillierte Funktions­zuordnung, die von Kommunikations-röhren durchstoßen werden.

Der Vorgang der Transformation wird verdeutlicht, in dem beispielsweise ein Eisenbahnwaggon, durch Manipulation seiner Dimension transformiert wird und eine "kultische Bedeutung" bekommt. Hier kommt schon seine spätere Aussage "Alles ist Architektur" zum tragen und seine Definition "architectur have to stop thinking in terms of buildings only".
Es ist eine völlig neue und eigene Architektur­sprache, eine Art negative Utopie, die zugleich eine Befreiung und Gegen­position zur der gängigen Architektur darstellte.

Walter Pichler wollte damals wirklich Architekt werden und begann sogar ein Studium, hat sich aber später vor allem als Künstler und Bildhauer einen Namen gemacht. Zu dem Vorhaben, die Städte wirklich zu bauen, sagte er später "daß sie sicher noch ärger wären als die, in denen wir leben. Aber sie wären wenigstens nicht so mittelmäßig".

Hans Hollein bietet sich 1964/65 die Chance seine Vorstellungen von Architektur zu realisieren. Der Umbau des Kerzenge­schäftes "Retti", am Kohlmarkt in Wien, wird zu einem Manifest gebauter Architektur und stellt einen Markstein in der Entwicklung dar.
Hans Hollein "erweitert" die winzige Grundfläche des Raumes durch die Illusion eines Spiegelraumes, die dem Ort etwas Magisches und Symbolhaftes verleiht. Die Zeichenhaftigkeit des Portals, das man als großes Schlüsselloch oder brennende Kerze deuten kann, die strenge Geometrie des Grundrisses und die Wahl und Ambivalenz der edlen Materialien unterstützen dies noch und entsprechen der Forderung nach einem "kultischen Bauen".

Eine neue Architektur entsteht
1965 wurde die Zeitschrift "Bau" gegründet, die die Grenzen zwischen Kunst, Gesellschaft und Architektur öffnete und einen wichtigen Diskussionsbeitrag in der entbrannten Architekturdebatte leistete. Zu ihren Mitgliedern gehörten: Dimitrou, Feuerstein, Hollein, Peichl und Pichler.

Zünd Up, 1966, Urban Fiction, Collage

Urban Fiction: Günther Feuerstein war es auch, der 1966 die unter Studenten und jungen Architekten entstandene Architekturszene in der Ausstellung "Urban Fiction" zusammenfaßte (ebenfalls in der "Galerie St. Stephan"), die für eine signalhafte, verdichtete, befreite Architektur eintrat - jenseits eines Rationalismus. Unter den Teilnehmern waren auch seine Schüler Laurits Ordner und Günter Zamp Kelp (ab 1967 Haus–Rucker–Co), sowie Wolf Dieter Prix und Helmut Swiczinsky (ab 1968 "Coop Himmelb(l)au").
Aber auch bereits bekanntere Architekten präsentierten sich: unter ihnen Hans Hollein, als Wegbereiter der Bewegung, sowie Günther Domenig und Eilfried Huth, die bereits mit ihrem Projekt einer Megastruktur für Aufsehen sorgten...

Das Projekt "Stadt Ragnitz", war ein, zwischen 1963 und 1969 in allen technischen und infrastruk­turellen Aspekten ausgearbeitetes Modell einer kompakten Stadtstruktur, ein urbanes Trag- und Versorgungs­gerüst mit eingehängten Wohn- und Versorgungs­kapseln. Reyner Banham bezeichnete es in seinem Buch "Megastructere"(1976), sogar "als das vollständigste, überzeugenste und am besten durchgearbeitete Modell einer Megastruktur".

Architektur und Kunst
Es waren nicht nur die "Überväter Hollein und Pichler" (Zitat), mit ihrer skulpturalen Architektur, sondern auch die späteren Aktionen von "Haus–Rucker–Co", "Himmelb(l)au" und anderen, die die künstlerische Isolation einer "autonomen" Architektur kompensierten und in Richtung eines "Gesamtkunst­werks" führten, welches die Grenzen zwischen Architektur und Kunst verwischte.

Haus–Rucker–Co, 1970, Riesenbillard

Dies bezeugt auch der intensive Austausch und die starke Wechselbeziehung, die zwischen Künstlern und Architekten stattfand. [Als Beispiel seien nur Hundertwasser, Pichler oder Fritz Watruba (mit seiner "Skulpturkirche") einerseits, und Hollein und Gruppen wie "Haus–Rucker–Co" und "Himmelb(l)au" andererseits genannt...].

National: Einflußreich waren somit auch die Kunstbe­wegungen dieser Zeit, wie der sogenannte "Wiener Aktionismus", mit seinen skandal­trächtigen Aktionen und öffent­lichen Happenings, die die persönlichen und gesellschaft­lichen Grenzen und Tabus neu ausloteten und erweiterten. Hier stehen Themen im Mittelpunkt, wie: Körper, Sexualität, Zerfall, Schmerz, Krankheit, Geburt, Leben, Tod - Themen, die nun vereinzelt auch in der Architektur behandelt wurden

International: Unübersehbar, in Inhalt und Ästhetik, sind die Bezüge zur "Pop-Art" (Warhol, Oldenburg, Archigram und viele mehr), mit ihren Motiven aus der Alltags- und Konsumwelt, mit ihren Oberflächen­reizen, Typographien und Zeichen - ihren Wegwerf­produkten...Ihrem Lebensgefühl! (siehe "Urban Fiction", 1966)

Pneumatische Konstruktionen und Anderes:

Im Gegensatz zu der anfänglichen Monumental­architektur von Pichler/Hollein, ging die Entwicklung, die beide mitinitiierten, nun eher zu einer leichten, flexiblen und transpa­renten Architektur, die provisorisch war und somit der Mobilität der neuen Gesellschaft Rechnung trug. Das adäquate technische Medium waren pneumatische, aufblasbare Objekte und Blasen, die oft eine Zellen-und Kapselstruktur bildeten...(Wichtig ist hier auch der Name Gernot Nalbach).
Deutlich sind die Einflüsse und die Begeisterung für die Raumfahrt zu merken, die sich in der Ästhetik und dem futuris­tischen Design äußern.

Die Überzeugung von der Flexibilität, von der permanenten Veränderung der Gesellschaft sollte auch in Raum und Haus, Stadt und Landschaft Niederschlag finden. der Ewigkeitsanspruch der Architektur war aufgekündigt: das dynamische, bewegliche, mobile Bauwerk waren die neuen Architektur­konzepte.

Haus–Rucker–Co, 1967, "Ballon für Zwei" / Zünd Up, 1969, Recreation Environment Expander

Weitere Architekturgruppen entstehen, wie beispielsweise die Gruppen "Zünd up" und "Salz der Erde" (beide 1969), die sich von dem vermeintlichen "Ästhetizismus" und der Glätte ihrer Vorläufer distan­zierten und engagierte, gesellschaftliche Kritik ausübten (in Form von Aktion, Happening und Film).
Spätere Gruppen, wie beispielsweise "Missing Link" (1970), zu der auch Adolf Krischanitz gehörte, trugen dieses politische Bewußtsein und die theoretische Auseinander­setzung mit der Stadt bis in die Siebziger­jahre hinein...

Das Ende einer Ära - Ein Resümee
Graz: Im Allgemeinen ist die "Grazer Schule" viel stärker durch einen Strukturalismus geprägt und zeigt viel größere Parallelen zu den Metabolisten auf, als beispielsweise die "Wiener Schule".
Neben Domenig und Huth, sind es vor allem Raimund Abraham und Friedrich St. Florian mit ihren Brücken- und vertikalen Städten, Röhren und Zylindern und ihrer urbanistischen, technoiden Formensprache, die einen strukturalen oder geometrischen Stil prägen. Dieser erinnert wiederum stark an die erste, "skulpturale" Phase der visionären Architektur (Hollein/Pichler).

Wien: Die "Wiener Schule" weist eher Ähnlichkeiten mit der "Archigram-Bewegung" auf, zu der zum Teil auch ein intensiver Kontakt bestand...
Eine Vereinheitlichung ist aber auch hier nicht möglich, dafür ist das Erscheinungsbild der Bewegungen zu pluralistisch und die einzelnen Werkbiographien nicht stringent genug, beziehungsweise zu vielfältig!
Sicher ist nur, daß all diese progressiven Entwicklungen in der Architektur in einem internatio­nalen Kontext stehen - der ja auch zeitlich Parallen aufweist - die isoliert betrachtet, nicht möglich wären.

Bezeichnend für die Zeit und die Sechzigerjahre war der uneinge­schränkte Zukunftsglaube an das technisch Machbare und Mögliche und der Glaube an eine bessere Menschheit, eine bessere Gesellschaft.
Das Scheitern uneingeschränkten Fortschritts und Wachstums und die Desillusion vieler Ideale und Zielvor­stellungen, eine Entwicklung, die spätestens Anfang der Siebziger­jahre einsetzte, bedeutete auch das Ende der "visionären Architektur" - sie blieb visionäre Architektur, die bis heute nichts an ihrer Berechtigung verloren hat.

Zu Walter Pichler:

  • Pichler wurde am 1. Oktober 1936 Südtirol (Birchobruch) geboren. Sein Vater war Schuster, sein Großvater Schmied.
  • Er lernte auf der Gewerbeschule-Insbruck Dekorations und Schriftmaler.1955-1959 Studium der Grafik an der Akademie (Lithografie, Radierung, Feder-und Bleistift­zeichnung).
  • Nach dem Studium ist er freischafender Bildhauer/Künstler und lötet unter anderem Figuren aus Draht und Zinn
  • Von 1961 bis 1964 entwirft er, in der Zusammen­arbeit mit Hans Hollein, Stadtstruk­turen und Stadtutopien.
  • (...)

Zu Hans Hollein:

  • Hans Hollein wurde am 30. März in Wien geboren.
  • Studium an der Bundesgewerbeschule, Höhere Abteilung für Hochbau, und der Akademie der Bildenden Künste in Wien (Meister­schüler von Clemens Holzmeister).
  • 1956 Diplom an der Akademie der Bildenden Künste, Wien.
  • 1958-1960 Studium in der USA
  • 1964 Architektur- und Designbüro in Wien.
  • 1964-1970 Redakteur der Zeitschrift "Bau".
  • (...)

Zeitgenössische Architekten in Deutschland:

  • Konrad Wachsmann (Konstrukteur)
  • Merete Matten (?)
  • Engelber Kremser (Organische Strukturen)
  • Richard Dietrich ("Methastadt", 1971), 1987 irreparabel abgerissen
  • Wolfgang Döring (Raumzellen aus Kunststoff)
  • Dieter Schmitt (Vollkunststoffhaus)
  • Werner Ruhnau (Luftarchitektur mit Yvees Klein)
  • Frei Otto
  • Walter Jonas (Schweizer)

Literatur

  • Visionäre Architektur - Austria in the sixties and seventies
    Günther Feuerstein
    Austellungskatalog
    Ritterverlag, Klagenfurt, 1996
  • Österreich - Architektur im 20.Jhd
    (Hrsg): Annette Becker, Dietmar Steiner und Wilfried Wang
    Prestelverlag
    Texte: Friedrich Achleitner, Karin Wilhelm Liesbeth, Waechter Böhm
  • Haus–Rucker–Co, 1967 bis 1983
    Deutsches Architekturmuseum - Frankfurt am Mein
    Friedrich Vieweg und Sohn Verlag, 1984
    Texte: Stanislaus von Moos, Günter Zamp Kelp
  • Walter Pichler - 111 Zeichnungen
    Residenz Verlag, 1973
    Essay: Max Peintner
  • Hans Hollein
    Richard Feigen Galery Chicago
    Ausstellungskatalog, 1969
  • Programme und Manifeste zur Architektur des 20.Jhds
    (Hrsg,): Ulrich Conrads
    Bauwelt Fundamente, 1981
  • Stadt und Utopie - Modelle idealer Gemeinschaft
    Ausstellungskatalog
    Fröhlich & Kaufmann Verlag, 1982

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