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Semesterprojekte

Themenarchiv der Projekt- und Diplomarbeiten

Semester:
Sommersemester

Student:
Ballhausen, Nils
Fischer, Thomas
Gieseke, Alexander
Gössling, Tabea
Holzwarth, Michaela
Knörriger, Wolfram
Montag, Michael
Neumann, Tobias
Schmidt, Armin
Schwier, Bela
Siegel, Almut
Staude, Lorenzo
Steiner, David
Welter Philipp

Studienphase:
Seminar im Hauptstudium

Professor / Lehrbeauftr.:
Prof. Gerhard Pichler

Assistent / Wissensch. Mitarb.:
Karen Eisenloffel

Themengebiet:
Öffentliche Gebäude

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  • 1998. Student: Heim, Stefan
  • Seminar im Hauptstudium
  • Prof. Gerhard Pichler
  • Öffentliche Gebäude
Semesterprojekt Architektur 1b

Semesterprojekt Architektur 2b

Semesterprojekt Architektur 3b

Semesterprojekt Architektur 4b

Semesterprojekt Architektur 5b

Semesterprojekt Architektur 6b

Semesterprojekt Architektur 7b

Semesterprojekt Architektur 8b

Überdachung für den Bahnhof Charlottenburg

Tragwerklehre im Hauptstudium - Entwurf einer Bahnhofsüberdachung

In der Vorlesung zur Tragwerklehre im Hauptstudium werden jeweils die "formaktiven Tragwerke" behandelt. Diese Tragwerke erhalten ihre Steifigkeit und Stabilität durch richtige Formgebung der Struktur - es sind die Zug- und Druckbeanspruchten Seil- und Hänge- bzw. Bogen- und Schalentragwerke. Üblicherweise für große Spannweiten bei Brücken und Hallen eingesetzt, sind die formaktiven Tragwerke auch sehr gut für kleine Konstruktionen geeignet, da sehr leichte und sparsame vorgefertigte Teile entwickelt werden können. Die vorwiegende Normalkraftbeanspruchung ermöglicht eine volle Ausnutzung des Materials, was zu große Effizienz im Baustoffverbrauch führt. In der Vorlesungsreihe wurden durch Analyse von historischen und modernen Konstruktionen Vergleiche zwischen alten und neuen Bauweisen angestellt um auf technologiebedingte Entwicklungen der Formgebung sowie der Materialwahl einzugehen. Die Arbeiten und Ideen großer Vorbilder wie Christopher Wren, I.K. Brunel, Vladimir Suchov, Robert Maillart, Frei Otto und Jörg Schlaich wurden diskutiert.

Bewußt wurde eine Entwurfsaufgabe mit einfachen programmatischen Vorgaben gestellt, um Freiheit zu schaffen für die Beschäftigung mit der richtigen Formgebung des Tragwerks und mit den konstruktiven Aspekten des gewählten Baustoffs. In der Vorgabe, eine Überdachung für den Bahnhof Charlottenburg zu entwerfen, steckt zusätzlich die Frage "wie groß ist die richtige Spannweite? - wie groß darf dieser Bahnhof sein?" Auf diesen Seiten ist eine kleine Auswahl der Antworten zu sehen. Die Palette reicht vom Prototyp-Entwurf für kleinteilige Bahnsteigsüberdachungen bis zur großen Halle, 70 m über allen Gleisen gespannt. Die Doppelfunktion als Stadt- und Fernbahn wurde in vielen Entwürfen durch eine Teilung in zwei Hallen zum Ausdruck gebracht. Die Wahl des Konstruktionsmaterials wurde ebenfalls offen gelassen - von Stahl/Kunststoff-Dächern bis vorgespannten Stahlgitternetz- und Holzschalen kommt alles vor.

Der Schwerpunkt im Studium dieser hochleistungsfähigen Tragsysteme wurde auf die Formfindung durch Hängemodelle und auf die grafische Statik gesetzt. Die beiden Methoden liegen den Architekten besonders, sind auch besonders aufschlußreich im Entwurf von Tragwerken dieser Art. Die statische Berechnung der formaktiven Systeme ist eher schwierig. Die unter Anwendung dieser grafischen / Modellbau Methoden entwickelte "korrekte" Formgebung ist bei den Entwürfen spürbar - die schräge Stütze steht genau richtig, um die Kraftresultierende aufzunehmen. "Intuition" soll entwickelt werden.

Durch einfache Mittel zur optimalen Form und zum Verständnis der Beanspruchung des Tragwerks gekommen, bleibt genug Zeit, um konstruktive Details zu entwickeln. In diesem Jahr wurde, trotz der Vielfalt der gewählten Materialien, besonders viel im Detail gearbeitet. Das ist erstaunlich - der Sprung vom Maßstab 1:200 in den Maßstab 1:10 ist für die Studenten wie ein Sprung ins eiskalte Wasser - der sich lohnt.

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